Volkswagen Aktie: UBS warnt vor Gewinnwarnung
Volkswagen droht eine milliardenschwere Gewinnwarnung, während der Aufsichtsrat über Werksschließungen und einen Holding-Umbau entscheidet.

- UBS erwartet milliardenschwere Gewinnwarnung
- Aufsichtsrat entscheidet über Werksschließungen
- Konzernumbau zur Holding geplant
- Widerstand von IG Metall und Betriebsrat
Ein Konzernumbau mit ungewissem Ausgang, eine drohende Gewinnwarnung und ein Aufsichtsrat, der am Donnerstag über die Zukunft von vier deutschen Werken entscheidet. Volkswagen steuert auf eine der brisantesten Sitzungen seiner jüngeren Geschichte zu. Die Aktie notiert aktuell bei 74,54 Euro und verliert damit 1,64 Prozent gegenüber dem Vortag.
UBS warnt vor massiver Gewinnwarnung
Analysten der Schweizer Großbank UBS rechnen Berichten zufolge mit einer deutlichen Gewinnwarnung. Der Grund: Rückstellungen für das geplante Sparprogramm. Volkswagen will weltweit bis zu 100.000 Stellen bis 2030 abbauen und erwägt die Schließung von vier deutschen Werken.
Die UBS-Experten taxieren die nötigen Anpassungen der Finanzziele auf einen mittleren bis hohen einstelligen Milliardenbereich. Diese Summe könnte die operative Marge kurzfristig deutlich belasten. Der Kurs spiegelt die Skepsis bereits wider: Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 29,75 Prozent verloren.
Blume plant Holding-Modell
Konzernchef Oliver Blume prüft offenbar einen tiefen Strukturumbau. Die Kernmarke Volkswagen und die Komponentensparte sollen dabei in eigene Gesellschaften ausgegliedert werden. Die Volkswagen AG selbst würde zur reinen Holding.
Das Ziel: Der Vorstand will die Macht des VW-Gesetzes begrenzen. Dieses Gesetz sichert dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität von 20 Prozent. Damit kann das Land bislang Entscheidungen über Standorte und Beschäftigung blockieren. Eine neue Konzernstruktur würde dem Vorstand mehr Spielraum geben, um die Kosten an den Wettbewerbsdruck aus China anzupassen.
Widerstand der Arbeitnehmervertreter wächst
Parallel zu den Umbauplänen verschärft sich der Konflikt in der Belegschaft. IG Metall und Gesamtbetriebsrat kündigen bereits Widerstand gegen die Werksschließungen in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm an. Für Donnerstag, den Tag der Aufsichtsratssitzung, sind bundesweite Aktionstage der Belegschaft geplant.
Lehnt der Aufsichtsrat die Vorstandspläne ab, steht laut Medienberichten sogar eine außerordentliche Hauptversammlung im Raum. Dann müssten die Aktionäre direkt über das Sparpaket abstimmen. Diese Eskalationsstufe zeigt, wie ernst die Lage im Konzern inzwischen ist.
Technisches Bild bleibt angespannt
Die Aktie notiert derzeit deutlich unter ihren wichtigen Durchschnittslinien. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 84,72 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 93,97 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch vom 15. Dezember 2025 bei 109,10 Euro fehlen inzwischen über 31 Prozent.
Immerhin: Vom 52-Wochen-Tief bei 69,20 Euro, erreicht am 1. Juli 2026, hat sich das Papier leicht erholt. Die Volatilität bleibt mit knapp 31 Prozent hoch. Der RSI von 35,8 signalisiert eine Nähe zur überverkauften Zone – ohne fundamentale Entlastung reicht das den Käufern bislang nicht.
Am Donnerstag entscheidet sich, welchen Kurs der Konzern einschlägt. Lehnt der Aufsichtsrat den Umbau ab, droht eine direkte Kraftprobe zwischen Vorstand und Aktionären auf einer außerordentlichen Hauptversammlung. Stimmt er zu, dürfte die von der UBS erwartete Gewinnwarnung zeitnah folgen.
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