Volkswagen Aktie: Zwischenbilanz E-Mobilität

Volkswagens Konzernabsatz bleibt 2025 stabil, doch regionale Einbrüche in China und Nordamerika sowie eine stagnierende E-Mobilität bei der Kernmarke belasten die Perspektiven.

Die Kernpunkte:
  • Leichter globaler Konzernabsatzrückgang auf 8,98 Millionen Fahrzeuge
  • Starke regionale Verluste in China und Nordamerika
  • Konzern-E-Auto-Absatz steigt deutlich, Kernmarke stagniert
  • Aktie technisch überverkauft bei anhaltenden strukturellen Fragen

Volkswagen legt gemischte Absatzzahlen für 2025 vor: global nur ein leichter Rückgang, dahinter aber deutliche Brüche in wichtigen Regionen und eine auffällige Diskrepanz zwischen Konzern-E-Strategie und der Kernmarke. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung dürfte sein, ob der Autobauer den Druck in China und Nordamerika mit seiner Elektromobilität ausreichend kompensieren kann.

Gestern schloss die Aktie bei 103,85 Euro und notiert damit rund 5,5 % unter dem 52‑Wochen-Hoch. Trotz eines Plus von gut 11 % auf Zwölfmonatssicht bleibt der Titel seit Jahresbeginn leicht im Minus – ein Bild, das die aktuellen strukturellen Fragen gut widerspiegelt.

Die Fakten im Überblick

  • Konzernabsatz 2025: 8,98 Mio. Fahrzeuge, minus 0,5 %
  • Kernmarke Volkswagen: 4,73 Mio. Fahrzeuge, minus 1,4 %
  • China (Kernmarke): minus 8,4 %
  • China (Konzern): minus 8 % auf 2,69 Mio. Fahrzeuge
  • Nordamerika (Kernmarke): minus 8,2 %
  • Europa (Kernmarke): plus 5,1 %, Konzern: plus 3,8 %
  • BEV-Konzernabsatz: plus 32 % auf 983.100 Fahrzeuge, Anteil 10,9 %
  • BEV-Kernmarke: 382.000 Fahrzeuge, minus 0,2 %, BEV-Anteil 8,1 %
  • RSI der Aktie (14 Tage): 27,8 – technisch bereits im überverkauften Bereich

Regionale Brüche hinter stabilen Konzernzahlen

Auf Konzernebene wirkt der Rückgang von 0,5 % auf 8,98 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge zunächst moderat. Auch der Absatz der Kernmarke sinkt mit minus 1,4 % überschaubar. Diese Gesamtzahlen kaschieren jedoch deutliche Spannungen zwischen den Märkten.

In Europa präsentiert sich das Geschäft als stabile Säule. Die Kernmarke steigert ihre Verkäufe um 5,1 %, der Konzern legt um 3,8 % zu und verteidigt seine Marktführerschaft. Die starke Position im Heimatmarkt fungiert damit als operatives Gegengewicht zu den Schwächen in Übersee.

Ganz anders das Bild in China und Nordamerika. In China, lange Zeit Wachstumstreiber, brechen die Verkäufe der Kernmarke um 8,4 % ein. Der Konzern insgesamt verliert 8 % und kommt noch auf 2,69 Millionen Fahrzeuge. Die Zahlen deuten klar auf Marktanteilsverluste gegenüber lokalen Anbietern hin, die vor allem bei reinen Elektrofahrzeugen inzwischen sehr stark aufgestellt sind.

In Nordamerika rutscht die Kernmarke um 8,2 % ab. Hier belasten insbesondere Handelszölle und der Wegfall von Förderprogrammen für Elektroautos das Geschäft. Damit treffen zwei externe Faktoren auf eine Phase, in der der Konzern seine E-Strategie ohnehin neu justieren muss.

E-Mobilität: Konzern stark, Kernmarke stagniert

In der Elektromobilität liefert Volkswagen ein zweigeteiltes Bild. Auf Konzernebene sehen die Zahlen klar positiv aus: Die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge steigen um 32 % auf 983.100 Einheiten. Der Anteil der BEV am Gesamtabsatz erreicht mit 10,9 % erstmals einen zweistelligen Wert. Damit unterstreicht der Konzern, dass die Elektrifizierung strategisch vorankommt.

Bei der Kernmarke fällt das Bild jedoch deutlich verhaltener aus. Mit rund 382.000 ausgelieferten E-Autos stagniert der Absatz praktisch (minus 0,2 %). Der BEV-Anteil liegt mit 8,1 % merklich unter dem Konzernwert. Das zeigt, dass vor allem andere Marken des Hauses – etwa im Premiumsegment – die Dynamik tragen.

Volkswagen setzt zwar auf eine Reihe speziell für China entwickelte E-Modelle, um im dortigen Markt wieder Boden gutzumachen. Ob diese Offensive ausreicht, um den spürbaren Wettbewerbsdruck durch heimische Hersteller zu dämpfen, bleibt ein zentrales Risiko für die mittelfristige Absatzentwicklung.

Aktie zwischen Unterstützung und Unsicherheit

Aus Marktsicht spiegelt die Aktie derzeit diese Mischung aus solider Basis und strukturellem Gegenwind wider. Mit einem Zwölfmonatsplus von gut 11 % und einem Kurs leicht oberhalb des 50‑Tage-Durchschnitts von 102,11 Euro bewegt sich der Titel noch komfortabel über den längerfristigen Mittelwerten: Der Abstand zur 200‑Tage-Linie liegt bei rund 7,7 %.

Gleichzeitig signalisiert der niedrige RSI von 27,8 kurzfristig eine überverkaufte Situation. Das deutet darauf hin, dass jüngste Verkäufe eher technisch als fundamental getrieben sein könnten – zumal der Kurs mit 24,9 % über dem 52‑Wochen-Tief weiterhin deutlich von den Tiefstständen entfernt ist.

Kurzfristig dürften vor allem zwei Punkte im Fokus stehen: Wie schnell greifen die Maßnahmen zur Stärkung des China-Geschäfts, und gelingt es der Kernmarke, beim Anteil der Elektrofahrzeuge zum dynamischeren Konzernniveau aufzuschließen? Erst wenn hier klarere Fortschritte sichtbar werden, könnte sich das aktuell gemischte Bild aus europäischer Stärke und Übersee-Schwächen nachhaltig aufhellen.

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