Volkswagen: Das ist das nächste Chart-Ziel

Während der Volkswagen-Konzern weiterhin große Mühe hat, die Abgas-Affäre unter Kontrolle zu bringen, kann zumindest die Hauptmarke VW mit starken Absatzzahlen auftrumpfen. Dabei hilft vor allem China beim Zuwachs.

© Volkswagen
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Insgesamt konnte Volkswagen im zurückliegenden Monat seinen Absatz der Hauptmarke VW um 4,4 % auf 511.500 Fahrzeuge steigern. Dabei zogen insbesondere die Absatzzahlen in China kräftig an. Hier konnte VW ein Absatzplus von 19,1 % auf 278.100 Autos verbuchen. Damit konnten Rückgänge in Europa und Südamerika mehr als wettgemacht werden.

Wo Volkswagen gewinnt, wo verliert

In Deutschland selbst brach die Zahl der Auslieferungen überraschenderweise um satte 21 % ein. VW hatte dafür eine recht interessante Erklärung. Denn man habe die Nutzungszeiten für Leasing-Fahrzeuge durch eigene Mitarbeiter von bislang neun Monate auf zwölf Monate erhöht. Dadurch würde aktuell erst einmal eine entsprechende Nachfragedelle entstehen. Insgesamt hat VW hierzulande 125.000 Beschäftigte, die VW-Autos zu günstigen Konditionen leasen können.

Während in China wie gezeigt die Nachfrage brummt, kämpft VW im amerikanischen Markt weiterhin mit den Folgen des Einbruchs der Marken-Reputation. Insgesamt schrumpfte der Absatz im Oktober in den USA um 18,5 %, in Südamerika wurden sogar 36 % weniger Fahrzeuge verkauft. Letzteres liegt allerdings daran, dass in dieser Region etliche Länder mit Konjunkturproblemen zu kämpfen haben.

China überrascht positiv

Insgesamt reagierte die Börse sehr positiv auf die neuen Absatzzahlen von VW, was damit zusammenhängt, dass man die Abschläge insbesondere in Nord- und Südamerika bereits einkalkuliert hatte und die Nachfrageflaute in Deutschland relativ gut erklärt wurde. Erfreut war man dagegen, dass das chinesische Geschäft weiterhin so stark brummt, nachdem bekanntlich die dortige Konjunktur bzw. Nachfrage immer wieder in Zweifel gezogen wird.

Das schafft für die Aktie von Volkswagen eine zunehmend positive Perspektive. Nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen wieder verstärkt unter Druck geraten war, setzt heute eine kräftigere Gegenbewegung ein. Aus charttechnischer Sicht ist dies durchaus bemerkenswert, weil damit der seit Februar bestehende Aufwärtstrend trotz der gezeigten Volatilitäten immer noch intakt bleibt.

Worauf bei der VW-Aktie zu achten ist

Damit stehen der Aktie kurzfristig zwei Herausforderungen im Weg. Zum einen der Break der 100-Tage-Linie bei aktuell rund 120 €. Und als nächstes rechnen wir damit, dass die Aktie auch die Widerstandszone im Bereich von 128 € angreifen könnte. Von der zeitlichen Spanne her könnte dies sogar noch bis Jahresende gelingen. Allerdings bleiben große Unsicherheiten.

Dies bezieht sich zum einen auf die neuen Vorwürfe gegen die Konzern-Tochter Audi sowie mit Bezug auf die noch unklare Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Insofern: Die Aktie ist sicherlich gut für eine Wette auf ein kurzfristiges erreichen der Widerstandszone bei 128 €, bleibt aber für Rückschläge anfällig, weshalb Positionen immer wieder entsprechend abgesichert werden sollten.

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