Volkswagen: Dieselgate und kein Ende?

Für Volkswagen wird es ab dieser Woche erneut ernst. Denn nach zahlreichen Verbraucherklagen, insbesondere in den USA, wollen nun auch die Investoren Geld zurück, das ihnen durch den Diesel-Skandal verloren gegangen ist. Vor dem Oberlandesgericht Braunschweig startet am Montag die mündliche Verhandlung zu einer Musterklage der Sparkassen-Tochter Deka. Diese wirft dem Wolfsburger Autobauer vor, die Investoren 2015 zu spät über die Untersuchungen durch die US-Umweltbehörde informiert zu haben.

Konkret geht es um vier Tage. Denn am 18. September 2015 hatte die Umweltbehörde erstmals Vorwürfe erhoben, dass Volkswagen gegen amerikanische Gesetze verstoßen habe. Doch erst am 22. September warnte der DAX-Konzern die Anleger davor, dass es größere Strafen geben könnte. In der Zwischenzeit waren die Vorzüge von Volkswagen um fast 40 % eingebrochen.

Was Volkswagen im Ernstfall zahlen müsste?

Diesen Verlust will sich nun nicht nur die Deka zurückholen. Sollte sie Erfolg haben, können das Ergebnis der Musterklage auch von etlichen anderen Investoren genutzt werden, darunter einige der größten Investmentfonds der Welt. Für Volkswagen selbst geht es um einen Streitwert von rund 9,2 Milliarden Euro.

Über die Erfolgsaussichten des Gerichtsverfahrens herrschen relativ unterschiedliche Meinungen. Volkswagen argumentiert, dass man die Höhe der Strafzahlungen nicht hätte absehen können. Denn vor dem Dieselgate lagen verhängte Strafzahlungen deutlich darunter. Als Beispiel nimmt man 2014, als Hyundai Motor eine Geldstrafe von 91 Dollar pro Fahrzeug bzw. insgesamt 100 Millionen Dollar zahlen musste. Erst bei Volkswagen selbst hatte die Umweltbehörde EPA einen Paradigmenwechsel eingeführt, was für Volkswagen am Ende milliardenschwere Zahlungen bedeutete.

Aktie weiter gefährdet

Für die Aktie von Volkswagen dürfte der Prozessauftakt nichts Gutes bedeuten. Denn schon in den vergangenen Monaten hatte der Wert wieder deutlich zur Schwäche geneigt. Aktuell liegt er bei rund 135 Euro auf einem 12-Monats-Tief. Dies sicherlich auch wegen der zuletzt schwachen Lage am Gesamtmarkt. Doch dürfte hier kaum mit einer Erholung zu rechnen sein, ehe das laufende Verfahren nicht vom Tisch ist.

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