Volkswagen: Einigung in den USA in Sicht

Im Rechtsstreit um manipulierte Abgaswerte könnte Volkswagen demnächst zumindest unter einem Thema einen gerichtlichen Schlussstrich ziehen können. Denn der zuständige Richter im Bundesbezirksgericht San Francisco, der über den Vergleich des deutschen Autokonzerns mit amerikanischen Autobesitzern entscheiden muss, signalisiert Zustimmung.

© Volkswagen
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Für Volkswagen geht es dabei um ein Paket von rund 10 Milliarden $. Das Geld soll eingesetzt werden, um Fahrzeuge entweder zurückzukaufen oder zu reparieren. Der zuständige Richter Charles Breyer hatte im Vorfeld schon eine Einigung mit Markenhändlern von VW im Gesamtvolumen von 1,21 Milliarden $ bestätigt. Nun geht es um die Verbraucher.

Was Volkswagen den US-Verbrauchern anbietet

Nach Aussagen des VW-Anwaltes hätten sich bereits 339.000 Besitzer von VW-Dieselfahrzeugen für eine Entschädigung angemeldet. Die Ablehnungsquote soll unter einem Prozent liegen. VW selbst bietet den Fahrzeugbesitzern neben der Wahlmöglichkeit zwischen Rückkauf und Umrüstung auch eine Wiedergutmachung zwischen 5.100 und 10.000 $ pro Fahrzeug an. Dieses Maßnahmen-Paket dürfte letztlich auch den Richter überzeugen, der sich nach mehrstündiger Anhörung dennoch eine Bedenkzeit erbeten hat. Erst am 25. Oktober will er seine Entscheidung bekannt geben.

Auch wenn für Volkswagen dieser Aufschub weitere Unsicherheit bedeutet, so gehen Marktbeobachter davon aus, dass auch hinter diesem Punkt der Dieselgate-Affäre ein Haken gesetzt werden kann. Was allerdings nicht heißt, dass Volkswagen in Amerika schon aus dem Schneider wäre.

Denn noch verhandelt Volkswagen in einem anderen Fall, wo es in der Hauptsache um illegale Software zur Emissionsregelung in Fahrzeugen der Konzerntöchter Audi und Porsche geht, um einen Vergleich. Davon betroffen sind weitere 85.000 Fahrzeuge.

Aktie vor entscheidender Chart-Situation

Dennoch: Der Markt könnte honorieren, dass sich Volkswagen langsam bei der Bereinigung der Affäre vorwärts bewegt. Das könnte auch für die Aktie eine interessante Perspektive bieten. Denn diese liegt aktuell auf dem Niveau der 50- und 100-Tage-Linie.

Ein Break über diese Widerstände könnte für andere Investoren ein kräftiges Kaufsignal generieren. Mit dem Ergebnis, dass auch der aktuelle Abwärtstrend nach oben hin durchbrochen werden könnte. Im Blick sollten Anleger dabei insbesondere die Marke von 124 € haben.

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