Vonovia Aktie: 30. Juni im Fokus
Vonovia erhöht Berliner Mieten trotz politischer Kritik. Analysten sehen Einstiegschancen, während die Halbjahresbewertung des Portfolios bevorsteht.

- Mietsteigerung in Berlin um 4,8 Prozent
- Deutsche Bank stuft Aktie auf Kaufen hoch
- Portfolio-Bewertung am 30. Juni erwartet
- Leerstandsquote liegt bei 0,8 Prozent
Starke Nachfrage, steigende Mieten und massiver politischer Gegenwind. Bei Vonovia prallen derzeit Welten aufeinander. Die Aktie beendete die Woche bei 21,52 Euro. Das entspricht einem Plus von gut vier Prozent auf Wochensicht. Die Erholung vom jüngsten Jahrestief nimmt damit Gestalt an.
Mieten steigen, Politik tobt
Für viele Berliner Mieter von Vonovia und der Tochter Deutsche Wohnen wird es teurer. Der Konzern hebt die Mieten in der Hauptstadt um durchschnittlich 4,8 Prozent an. Im Schnitt verlangt das Unternehmen künftig 8,23 Euro pro Quadratmeter.
Die Erhöhung bleibt unterhalb des neuen Berliner Mietspiegels. Dieser weist einen Median von 7,71 Euro aus. Dennoch fällt die politische Reaktion heftig aus. Der Berliner SPD-Fraktionschef Raed Saleh fordert den Konzern auf, die Pläne abzusagen.
Parallel dazu startet die Linke eine bundesweite Kampagne gegen den Wohnungskonzern. Mieter sollen überhöhte Abrechnungen anonym melden. Vorstandschef Luka Mucic hält dagegen. Er verweist auf faire Preise und die Rolle des Konzerns als Marktführer beim Wohnungsbau.
Analysten sehen Einstiegschance
Mitten in diesem Streit liefert die Deutsche Bank positive Signale. Analyst Thomas Rothäusler stuft die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hoch. Das Kursziel steigt auf 26 Euro. Obendrein rückt der Titel in die Liste der bevorzugten Werte auf.
Die Kernthese der Bank ist klar. Europäische Immobilienaktien haben im ersten Halbjahr schlecht abgeschnitten. Höhere Zinserwartungen sind laut den Experten inzwischen weitgehend eingepreist. Andere Banken geben sich noch optimistischer. Goldman Sachs sieht das Ziel bei 34,20 Euro. Berenberg ruft 34,50 Euro aus.
Das Portfolio auf dem Prüfstand
Der Blick richtet sich nun auf den kommenden Dienstag. Am 30. Juni präsentiert Vonovia die turnusmäßige Halbjahresbewertung seines Immobilienportfolios. Das operative Geschäft liefert mit vier Prozent organischem Mietwachstum eine solide Basis. Die Leerstandsquote liegt bei winzigen 0,8 Prozent.
Die Zinsen drücken allerdings auf den Substanzwert. Die Europäische Zentralbank hat die Einlagefazilität kürzlich auf 2,25 Prozent angehoben. Das erhöht die Diskontierungssätze für die Immobilienbewertung. Ende März wies Vonovia einen Portfoliowert von 84,7 Milliarden Euro aus.
Ein höherer Diskontierungssatz könnte diesen Wert belasten. Im gleichen Schritt droht der Verschuldungsgrad von aktuell 45,1 Prozent zu steigen. Fällt die Abwertung am Dienstag moderat aus, dürfte das den Kurs stützen. Die Aktie notiert aktuell knapp 29 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 30,13 Euro. Im August folgen dann die kompletten Halbjahreszahlen.
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