Vonovia Aktie: 356 Millionen durch Scrip-Dividende gespart
Vonovia spart durch Scrip-Dividende 356 Mio. Euro und stärkt so die Kapitalbasis bei rückläufigem Cashflow.

- 35,5 Prozent wählten Aktien statt Bargeld
- Operating Free Cashflow fiel deutlich
- Vermietungsgeschäft zeigt stabile Entwicklung
- Prognose für 2026 bestätigt vom Management
356 Millionen Euro sind soeben an den Vonovia-Konzern zurückgeflossen, ohne dass das Unternehmen einen Euro Kapitalmarkt in Anspruch nehmen musste. Der Grund: Mehr als ein Drittel der Aktionäre verzichtete freiwillig auf Bares und nahm stattdessen neue Aktien.
Was nach einer Randnotiz klingt, ist strategisches Kalkül. Denn der operative Cashflow des Wohnungskonzerns ist kräftig eingebrochen – und jede gesparte Liquidität hilft beim Schuldenabbau.
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Keine 100 Cent pro Euro
Vonovia schüttet für 2025 insgesamt 647,2 Millionen Euro an die Anteilseigner aus, 27,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch 35,5 Prozent der Aktionäre wählten die sogenannte Scrip-Dividende: Sie erhalten neue Papiere statt Bargeld.
Das spart Vonovia rund 356 Millionen Euro. Die Mittel verbleiben im Unternehmen und stärken die Kapitalbasis – ohne dass ein teurer Kapitalmarktschritt nötig wird.
Der Einsatz dieses Instruments ist kein Zufall. Der Operating Free Cashflow sackte auf 363,9 Millionen Euro ab, nach 633,6 Millionen Euro im Vorjahr. Grund sind höhere Investitionen und ein geringeres Verkaufsvolumen. Allein in Modernisierung und Neubau flossen im ersten Quartal 266 Millionen Euro, inklusive Instandhaltung 442 Millionen Euro. Dazu drücken gestiegene Finanzierungskosten auf das Adjusted EBT (462,2 Millionen Euro).
Kerngeschäft läuft – trotz Bestandsabbau
Der operative Kern zeigt sich stabil. Das Adjusted EBITDA im Vermietungsgeschäft stieg im ersten Quartal um 6,3 Prozent, obwohl der Bestand um rund 4.000 Wohnungen schrumpfte. Das organische Mietwachstum lag bei 4,0 Prozent, die durchschnittliche Kaltmiete kletterte auf 8,46 Euro pro Quadratmeter.
Die Vermietungsquote erreichte 97,7 Prozent, die Zahlungseingangsquote 99,6 Prozent. Hinzu kommt das Segment Value-add mit einem EBITDA-Plus von über 30 Prozent – getrieben durch die Handwerkerorganisation und das Energiegeschäft.
Das Management bestätigt die Prognose für 2026: ein Adjusted EBITDA Total zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro sowie ein Adjusted EBT von 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro.
Die Beleihungsquote (Loan-to-Value) soll von rund 45 auf 40 Prozent fallen. Bis Ende 2028 will Vonovia die Nettoverschuldung deutlich unter das Zwölffache des Jahresgewinns drücken.
Kurs mit Luft nach oben
Die Aktie notiert aktuell bei 21,56 Euro – das sind 28,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 30,16 Euro. Heute gab sie minimal um 0,14 Prozent nach. Die Dividende von 1,25 Euro erfolgt übrigens vollständig aus dem steuerlichen Einlagekonto, bleibt also abgabenfrei. Das dürfte besonders für Langfristanleger interessant sein. Ob die Scrip-Dividende bei der nächsten Ausschüttung erneut so stark angenommen wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wie schnell Vonovia den Cashflow wieder nach oben dreht.
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