Vonovia Aktie: 400 Millionen Pfund und 300 Millionen Dollar

Vonovia sammelt 700 Mio. Euro mit Auslandsanleihen ein, während Aktionäre die Streichung der Dividende fordern.

Die Kernpunkte:
  • Erfolgreiche Platzierung von Auslandsanleihen
  • Aktionäre fordern Dividendenverzicht
  • Operatives Ergebnis im ersten Quartal gestiegen
  • Aktienkurs bleibt hinter Buchwert zurück

Im RuhrCongress Bochum prallen heute zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite steht das Management von Vonovia, das gerade erfolgreich frische Millionen an internationalen Anleihemärkten eingesammelt hat. Auf der anderen Seite warten kritische Aktionärsvertreter, die eine komplette Streichung der Dividende fordern.

Der Wohnimmobilienkonzern hat im Vorfeld der Hauptversammlung seine Finanzierungsbasis ausgebaut. Am 19. Mai platzierte das Unternehmen Anleihen über 400 Millionen britische Pfund sowie 300 Millionen australische Dollar. Beide Papiere stießen auf rege Nachfrage und waren deutlich überzeichnet.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Vonovia?

Nach Währungsabsicherung liegt der durchschnittliche Zins bei 4,4 Prozent. Die Laufzeit beträgt im Schnitt gut zehn Jahre. Finanzvorstand Philip Grosse nutzt die Erlöse primär zur Refinanzierung. Damit diversifiziert der Konzern seine Investorenbasis weiter in den angelsächsischen und asiatisch-pazifischen Raum.

Streit um die Ausschüttung

Parallel zur Kapitalbeschaffung muss sich der Vorstand heute in Bochum den Aktionären stellen. Mehrere Gegenanträge fordern ein Umdenken bei der Kapitalverwendung. Der Bilanzgewinn soll nach dem Willen der Kritiker nicht an die Anteilseigner fließen. Sie verlangen, das Geld vollständig in die Sanierung des Wohnungsbestands zu stecken. Als Begründung dienen die hohe Schuldenlast und laufende Rechtsstreitigkeiten mit Mietern.

Auf der Tagesordnung steht ferner eine Reform der Aufsichtsratsvergütung. Vorgeschlagen ist ein reines Festgehalt von 132.000 Euro jährlich. Ein Fünftel dieser Summe müssen die Räte künftig verpflichtend in Vonovia-Aktien investieren. Neu in das Kontrollgremium soll Strategie-Expertin Anne-Marie Großmann-Minkwitz einziehen.

Diskrepanz bei der Bewertung

Operativ lieferte Vonovia zuletzt stabile Zahlen. Im ersten Quartal stieg das operative Ergebnis leicht auf rund 712 Millionen Euro. Die Mieteinnahmen legten um vier Prozent zu. Für das Gesamtjahr peilt das Management ein Mietwachstum in ähnlicher Größenordnung an.

An der Börse honoriert das bisher kaum jemand. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 22,63 Euro und liegt damit auf Jahressicht deutlich im Minus. Der Kurs bewegt sich aktuell knapp unter der 50-Tage-Linie. Dabei beläuft sich der innere Wert der Immobilien laut Unternehmensangaben auf mehr als 46 Euro je Anteilsschein.

Die neuen Auslandsanleihen verschaffen Vonovia wertvolle Luft bei den Fälligkeiten. Die zentrale Aufgabe des Vorstands ändert sich dadurch nicht. Das Unternehmen muss die Verschuldung konsequent abbauen und die gestiegenen Zinslasten ausbalancieren, während der Markt auf eine nachhaltige Stabilisierung der Immobilienpreise wartet.

Vonovia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vonovia-Analyse vom 21. Mai liefert die Antwort:

Die neusten Vonovia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vonovia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Vonovia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Vonovia