Vonovia Aktie: 46-Euro-NAV zu 19,89 Euro diskontiert

Vonovia kämpft mit sinkendem Aktienkurs trotz stabiler Vermietungserlöse. Steigende Zinsen belasten den Gewinn und erhöhen den Druck auf die Refinanzierung ab 2027.

Die Kernpunkte:
  • Aktienkurs nahe Jahrestief
  • Operatives Geschäft stabil, Zinsen belasten
  • Refinanzierungsbedarf von 5 Mrd. Euro ab 2027
  • Analysten uneins über Kursentwicklung

Vonovia notiert bei 19,89 Euro — nur knapp über dem Jahrestief. Der Nettoinventarwert je Aktie liegt bei rund 46 Euro. Der Markt glaubt den Buchwerten schlicht nicht.

Seit Jahresanfang hat die Aktie fast 18 Prozent verloren. Auf Zwölfmonatssicht sind es über 32 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt inzwischen rund 19 Prozent.

Operatives Geschäft liefert — Zinsen fressen die Gewinne

Das Kerngeschäft läuft stabil. Der bereinigte EBITDA im Vermietungssegment stieg im ersten Quartal um 6,3 Prozent auf 630 Millionen Euro. Die Vermietungsquote hält bei nahezu 98 Prozent, die Monatsmiete legte auf 8,46 Euro je Quadratmeter zu.

Der bereinigte Nettogewinn für Aktionäre fiel jedoch um 7,2 Prozent auf 365,6 Millionen Euro. Höhere Finanzierungskosten fressen die operativen Gewinne auf. Das ist das Grundproblem.

Der Loan-to-Value sank leicht auf 45,1 Prozent. Bis 2028 will Vonovia diesen Wert auf rund 40 Prozent drücken — verbunden mit einem Net-Debt-to-EBITDA unter dem Zwölffachen und einer Zinsdeckungsquote über dem Dreifachen.

Refinanzierungsberg ab 2027

2026 stehen Refinanzierungen von rund 1,6 Milliarden Euro an. In den Jahren 2027 und 2028 folgen jeweils knapp 5 Milliarden Euro. Ältere Anleihen mit niedrigen Kupons dämpfen die Durchschnittskosten noch. Bei neuen Emissionen dürfte das anders aussehen.

Anleger bewerten Vonovia derzeit weniger an Mieteinnahmen als an Finanzierungskosten und Verschuldung. Kein Wunder, dass der Abschlag zum Buchwert so ausgeprägt bleibt.

Dividende steuerfrei, Analysten gespalten

Die Dividende für 2026 beträgt 1,25 Euro je Aktie — vollständig aus dem steuerlichen Einlagekonto. Deutsche Privatanleger zahlen darauf keine Quellensteuer und keinen Solidaritätszuschlag. Bezogen auf den aktuellen Kurs ergibt das eine Dividendenrendite von rund 6,3 Prozent.

Für künftige Ausschüttungen stellt Vonovia auf reine Barzahlung um. Beim letzten Mal hatten sich 35,5 Prozent der Aktionäre für die Aktienvariante entschieden — das stärkte die Eigenkapitalbasis, verwässerte aber die übrigen Anteilseigner.

Die Analystenmeinungen klaffen auseinander. Goldman Sachs erhöhte das Kursziel auf 34,30 Euro und bekräftigt die Kaufempfehlung. J.P. Morgan und die DZ Bank sehen ebenfalls eine Einstiegschance. Barclays rät zum Untergewichten und warnt vor anhaltenden Zinsbelastungen. Die Deutsche Bank wartet auf Klarheit beim Zinspfad.

Portfoliobewertung und Halbjahresbericht als nächste Tests

Ende Juni veröffentlicht Vonovia die vollständige Portfoliobewertung. Sie wird zeigen, ob der aktuelle Abschlag zum Nettoinventarwert fundamental gerechtfertigt ist oder ob der Markt übertreibt. Am 5. August folgt der Halbjahresbericht — dann wird klar, ob das Management die Refinanzierungslast kontrolliert.

Der RSI liegt bei 32,6 und signalisiert technisch überverkauftes Terrain. Solange der EZB-Zinspfad unklar bleibt, dürfte die Aktie Mühe haben, sich dauerhaft über 20 Euro zu halten.

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