Vonovia Aktie: 5. August entscheidet über Kurs-Richtung

Steigende Zinsen belasten Vonovia trotz guter Mietentwicklung. Der Halbjahresbericht im August wird zum entscheidenden Stresstest für den Schuldenabbau.

Die Kernpunkte:
  • EZB-Zinserhöhung belastet Immobilienaktien
  • Mietsteigerungen können Finanzierungskosten nicht ausgleichen
  • Halbjahreszahlen im August als wichtiger Indikator
  • Politische Unsicherheit durch Berlin-Wahl im Herbst

Die Europäische Zentralbank hat die Zinswende abgebrochen. Nach der überraschenden Leitzinserhöhung im Juni gerät Vonovia massiv unter Druck. Die Aktie notiert bei 20,65 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über 14 Prozent.

Zinswende als Bumerang

Am 11. Juni hob die EZB die Leitzinsen um 25 Basispunkte an. Der Hauptrefinanzierungssatz klettert damit auf 2,40 Prozent. Das ist ein harter Schlag für die Immobilienbranche.

Parallel dazu blicken Investoren bereits auf die nächste Sitzung Ende Juli. Eine weitere Anhebung ist zu 37 Prozent eingepreist. Für Vonovia kommt das extrem ungelegen.

Mieten steigen, Gewinne sinken

Das operative Geschäft läuft eigentlich rund. Im ersten Quartal stieg die Durchschnittsmiete auf 8,46 Euro je Quadratmeter. Die Wohnungen sind fast vollständig vermietet. Das bereinigte operative Ergebnis legte leicht auf knapp 712 Millionen Euro zu.

Die Finanzierungsseite frisst diese Erfolge jedoch auf. Der bereinigte Gewinn sank im ersten Quartal um mehr als sieben Prozent. Steigende Zinskosten belasten die Bilanz. Der Konzern braucht allein in diesem Jahr 1,6 Milliarden Euro frisches Geld. In den Folgejahren steigt dieser Bedarf rasant an.

Die Stunde der Wahrheit im August

Der 5. August wird zum nächsten Stresstest. Vonovia legt den Halbjahresbericht vor. Er enthält eine komplette Neubewertung des Portfolios. Höhere Zinsen drücken tendenziell die Buchwerte der Immobilien. Das Management muss beweisen, dass der Schuldenabbau trotzdem funktioniert.

Das Ziel bleibt ambitioniert. Bis 2028 will Vonovia die Beleihungsquote auf rund 40 Prozent senken. Die Börse bleibt skeptisch. Der Kurs verläuft aktuell knapp 16 Prozent unter der wichtigen 200-Tage-Linie. Das 52-Wochen-Tief aus dem frühen Juni bietet derzeit die letzte charttechnische Unterstützung.

Politische Risiken im Herbst

Abseits der Geldpolitik droht im Herbst neues Ungemach. Am 20. September wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. Der Ausgang des Rennens ist offen. Je nach politischer Konstellation könnten strengere Mietgesetze folgen. Das betrifft einen großen Teil des Vonovia-Bestands.

Eigene Unternehmensnachrichten fehlen in der laufenden Woche. Makrodaten und die Zinsentwicklung geben den Takt vor. Hält die Unterstützung beim jüngsten Tief von 19,53 Euro nicht, droht ein weiterer Abverkauf. Der August-Bericht entscheidet über die Richtung.

Anzeige

Vonovia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vonovia-Analyse vom 20. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Vonovia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vonovia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Vonovia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Vonovia