Vonovia Aktie: 5 Milliarden Euro Anleihen bis 2027 fällig

Vonovia verzeichnet operative Gewinne, steht aber vor einem Refinanzierungsbedarf von fünf Milliarden Euro bis 2027. Die Aktie notiert trotz hoher Auslastung schwach.

Die Kernpunkte:
  • Vermietungsquote nahe 98 Prozent
  • Bereinigtes EBITDA bei 2,8 Milliarden Euro
  • Refinanzierungsbedarf von fünf Milliarden Euro
  • Aktie mit deutlichem Abschlag zum Substanzwert

Die Wohnungen sind voll, die operativen Gewinne steigen. An der Börse spiegelt sich diese Stärke bei Vonovia allerdings nicht wider. Der Immobilienkonzern kämpft mit einem massiven Refinanzierungsbedarf von fünf Milliarden Euro bis Ende 2027. Fast die Hälfte dieser Summe wird noch im laufenden Jahr fällig.

Operativer Rückenwind trifft auf Zinslast

Der strukturelle Wohnungsmangel treibt das Kerngeschäft spürbar an. Bei einer Vermietungsquote von nahezu 98 Prozent herrscht in den Beständen des Konzerns faktisch Vollauslastung. Das bereinigte EBITDA kletterte im vergangenen Jahr auf 2,8 Milliarden Euro. Für 2026 peilt der Vorstand einen weiteren leichten Gewinnanstieg an.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Vonovia?

Anleger honorieren diese Entwicklung kaum. Die Aktie notiert aktuell bei 23,10 Euro und hat auf Jahressicht fast ein Fünftel ihres Wertes eingebüßt. Ein stark überverkaufter RSI-Wert unterstreicht die anhaltende Nervosität der Investoren. Der Markt fokussiert sich offenkundig auf die Kapitalkosten des massiven Immobilienportfolios.

Maßnahmen zur Bilanzstärkung

Um die Verschuldung zu drücken, greift das Management zu verschiedenen Hebeln. Ein geplantes Veräußerungsprogramm über fünf Milliarden Euro soll die Beleihungsquote in Richtung der 40-Prozent-Marke senken. Parallel dazu nutzte gut ein Drittel der Aktionäre zuletzt die Möglichkeit einer Aktiendividende. Diese Entscheidung spülte rund 356 Millionen Euro als frisches Eigenkapital in die Kasse.

Der Substanzwert der Immobilien liegt deutlich über der aktuellen Marktkapitalisierung. Mit einem Nettoinventarwert von über 46 Euro je Aktie wird Vonovia an der Börse mit einem Abschlag von mehr als 45 Prozent gehandelt. Stabile oder gar sinkende Zinsen könnten diese Lücke perspektivisch verkleinern und die Verkaufspläne des Vorstands erleichtern.

Wochen der Entscheidung

Die kommenden Tage bergen erhebliches Kurspotenzial für den DAX-Konzern. Am 30. April entscheidet die Europäische Zentralbank über den Leitzins, nachdem der Einlagensatz zuletzt mehrfach bei 2,00 Prozent verharrte. Bauzinsen von bis zu vier Prozent verteuern anstehende Refinanzierungen spürbar, weshalb der Konzern bereits auf Eurobonds und Yen-Anleihen ausweichen musste.

Bereits am 7. Mai muss das Management mit den Zahlen zum ersten Quartal nachlegen. Bestätigt der Bericht die operative Stabilisierung, könnte die Aktie von ihrem aktuellen Niveau um 23 Euro nach oben drehen. Enttäuschen die Ergebnisse, rückt das 52-Wochen-Tief bei knapp 21 Euro als nächste charttechnische Unterstützung unmittelbar ins Visier.

Vonovia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vonovia-Analyse vom 28. April liefert die Antwort:

Die neusten Vonovia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vonovia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Vonovia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Vonovia