Vonovia Aktie: 55-Millionen-Deal mit Tristan Capital Partners

Vonovia veräußert Wohnungspaket in Lüneburg für 55 Mio. Euro an Tristan Capital und Porth Group. Analysten senken Kursziele, Aktie nahe 52-Wochen-Tief.

Die Kernpunkte:
  • Wohnungsverkauf in Lüneburg abgeschlossen
  • Kursziele von Barclays und Goldman gesenkt
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief
  • Portfoliobereinigung zur Schuldenreduzierung

Vonovia trennt sich von einem größeren Wohnungspaket in Lüneburg. Tristan Capital Partners und die Porth Group übernehmen dort rund 972 Wohnungen aus dem Bestand des Konzerns, wie Medienberichten zufolge am vergangenen Mittwoch bekannt wurde.

Der Deal soll ein Volumen von etwa 55 Millionen Euro haben. Für den größten deutschen Wohnungskonzern ist der Verkauf ein weiterer Baustein der Portfoliobereinigung, mit der Vonovia in den vergangenen Jahren Schulden abgebaut und die Bilanz gestrafft hat.

Barclays und Goldman Sachs mit gesenkten Kurszielen

Die Nachricht aus Lüneburg fällt in eine Phase, in der auch die Analystenmeinungen zu Vonovia in Bewegung geraten sind. Barclays senkte am Montag das Kursziel von 23 auf 20 Euro und beließ die Einstufung auf „Underweight“. Analyst Paul May begründete den Schritt mit einem geänderten Bewertungsansatz für die europäische Immobilienbranche insgesamt, nicht mit unternehmensspezifischen Problemen bei Vonovia.

Bereits am Freitag vergangener Woche hatte Goldman Sachs sein Kursziel für Vonovia deutlich zurückgenommen, von 34,20 auf 29,50 Euro, die Einstufung „Buy“ jedoch bestätigt. Die Kombination aus gesenktem Kursziel und beibehaltener Kaufempfehlung zeigt, dass Goldman Sachs den fundamentalen Wert des Unternehmens weiterhin höher einschätzt als der aktuelle Marktpreis nahelegt, trotz eines vorsichtigeren Bewertungsrahmens für die Branche.

Kursverlauf spiegelt Branchenskepsis

Der Aktienkurs hat die verschärfte Skepsis der Analysten in den vergangenen Wochen nachvollzogen. Seit Jahresbeginn steht bei Vonovia ein Minus von 19 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang sogar 30 Prozent. Das Papier bewegt sich damit nahe seinem 52-Wochen-Tief von 19,53 Euro, das erst kürzlich markiert wurde, und notiert klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 23,20 Euro.

Der Lüneburg-Deal und die durchwachsenen Kurszielsenkungen fallen zeitlich in eine Phase, in der Vonovia auch operativ Akzente setzt. Anfang August unterstützte der Konzern das Berliner KI-Start-up Immoly beim Aufbau einer digitalen Plattform für Vermieter.

Zudem kündigte Vonovia an, dass im August und September rund 310 Auszubildende und duale Studierende ihre Ausbildung beim Konzern beginnen. Solche Meldungen ändern an der grundsätzlichen Bewertungsdebatte wenig, unterstreichen aber, dass das operative Geschäft parallel zur Portfoliobereinigung weiterläuft.

Was der Portfolio-Verkauf für Anleger bedeutet

Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob die Verkäufe wie in Lüneburg die Bilanz strukturell stärken oder lediglich Symptome eines Marktes sind, der europäische Wohnimmobilien insgesamt niedriger bewertet als noch vor einem Jahr.

Die divergierenden Signale der Analysehäuser – Barclays weiterhin skeptisch bei „Underweight“, Goldman Sachs trotz Kürzung bei „Buy“ – deuten darauf hin, dass die Meinungen zur Vonovia-Bewertung auseinandergehen, während der Kurs selbst die pessimistischere Lesart derzeit stärker widerspiegelt.

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