Vonovia Aktie: 5,8 Millionen Abfindung für Buch
Vonovia-Aktionäre kritisieren auf der Hauptversammlung die hohe Verschuldung und die Abfindung des Ex-Chefs. Der neue Vorstandschef plant milliardenschwere Verkäufe.

- Kritik an Abfindung für Ex-CEO
- Schuldenberg von fast 40 Milliarden
- Gewinnrückgang durch höhere Zinsen
- Milliardenverkäufe zur Entschuldung geplant
Der erste Präsenz-Auftritt seit sieben Jahren geriet für Vonovias neuen Vorstandschef Luka Mucic direkt zur Bewährungsprobe. Auf der Hauptversammlung in Bochum dominierte nicht das solide operative Geschäft die Debatte, sondern die finanzielle Altlast seines Vorgängers Rolf Buch. Neben einer drückenden Zinslast sorgte vor allem dessen üppiges Abfindungspaket für Unmut bei den Aktionärsvertretern.
Buch hatte den Immobilienkonzern vor Ablauf seines Vertrages Ende 2025 verlassen. Dafür kassiert der Ex-Manager eine Abfindung von knapp 5,8 Millionen Euro. Hinzu kommen im laufenden Jahr 3,3 Millionen Euro als Entschädigung für ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot. Obendrein erhält er ein massives Paket an virtuellen Aktien, das in zwei Jahren zur Auszahlung ansteht. Kein Wunder, dass Anleger auf diese Konditionen nervös reagieren.
Neben der Governance-Debatte rückte die Bilanz in den Fokus. Die Zinswende zwingt Vonovia, auslaufende Kredite deutlich teurer zu refinanzieren. Das drückt auf die Ergebnisse: Im ersten Quartal sank der bereinigte Gewinn um gut sieben Prozent auf rund 366 Millionen Euro. Die Verschuldungsquote (LTV) verharrt aktuell bei rund 45 Prozent.
Operativ steht das Fundament indes stabil. Das bereinigte EBITDA im Vermietungsgeschäft stieg im Auftaktquartal um 6,3 Prozent. Treiber waren hierbei ein organisches Mietwachstum sowie starke Zuwächse im Segment Value-add, das Handwerker- und Energiedienstleistungen bündelt. Um die Zinslast zu senken, plant Mucic nun Verkäufe im Volumen von rund fünf Milliarden Euro. Mittelfristig soll der Verschuldungsgrad auf etwa 40 Prozent fallen.
Am Kapitalmarkt spiegelt sich die angespannte Lage wider. Nach dem Dividendenabschlag rutschte das Papier am Freitag um knapp sechs Prozent auf 21,15 Euro ab. Damit notiert der DAX-Titel nur noch hauchdünn über seinem Jahrestief. Seit Januar summiert sich das Kursminus auf gut zwölf Prozent.
Das makroökonomische Umfeld liefert wenig Unterstützung für den Konzernumbau. Das Geschäftsklima in der Wohnungswirtschaft fiel zuletzt auf den tiefsten Stand seit dem Beginn des Ukrainekriegs. Mucic muss den Schuldenberg von fast 40 Milliarden Euro in einem schrumpfenden Markt abbauen. Gelingt der geplante Verkauf von Randbeteiligungen nicht zügig, droht die Zinslast die operativen Fortschritte bei den Mieteinnahmen dauerhaft aufzufressen.
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