Vonovia Aktie: Berliner Enteignungs-Drohung?

Höhere Finanzierungskosten und ein schwacher Transaktionsmarkt belasten Vonovias Ausblick; das Mietwachstumsziel für 2028 sinkt auf rund 4,5 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Schuldenabbau erhält Vorrang vor Investitionen
  • Development-Geschäft wird strategisch überprüft
  • Manage-to-Green-Neuinvestitionen werden ausgesetzt
  • Mietwachstumsziel für 2028 auf 4,5 Prozent gesenkt

Vonovia will die Entschuldung vorrangig vorantreiben und seine Investitionen begrenzen. Am 28. Oktober kündigte das Unternehmen eine strategische Überprüfung des Development-Geschäfts an. Zugleich sollen die Investitionen in Development-to-Hold sinken und neue Manage-to-Green-Investitionen ausgesetzt werden.

Finanzierungskosten begrenzen den Spielraum

Als Belastungen für den Ausblick nannte Vonovia höhere Finanzierungskosten und eine begrenzte Erholung des Transaktionsmarkts. Diese Faktoren wirkten nach Unternehmensangaben auf die Prognose für das kommende Jahr und die längerfristigen Ziele. Für 2026 erwartete Vonovia gegenüber dem Jahresende 2025 eine weitgehend stabile Portfoliobewertung.

Mit dem Neunmonatsbericht stellte das Unternehmen für 2027 ein leichtes Wachstum des bereinigten EBITDA in Aussicht. Das bereinigte EBT soll dagegen ungefähr das Vorjahresniveau erreichen. Beim organischen Mietwachstum für 2028 wurde das Ziel von rund 5 % auf rund 4,5 % angepasst.

Auch beim Mittelzufluss fällt die Erwartung zurückhaltend aus: Im Rahmen der Prognoseanpassung erwartete Vonovia den Operating Free Cashflow vor Veränderungen des Nettoumlaufvermögens moderat unter Vorjahresniveau. Die angekündigte Überprüfung betrifft das Development-Geschäft; bei den neuen Manage-to-Green-Investitionen sieht die Planung ausdrücklich eine Aussetzung vor.

Berliner Pläne als weiterer Belastungsfaktor

Am Mittwoch warnte Vorstandschef Luka Mucic vor den Berliner Vergesellschaftungsplänen. Reuters nannte außerdem steigende Zinsen und schwieriger werdende Wohnungsverkäufe als Belastungsfaktoren. Vonovia und Deutsche Wohnen besitzen in Berlin und Umgebung rund 138.000 Wohnungen.

Für den 9. November ist eine Roadshow zu den Neunmonatsergebnissen in Frankfurt angekündigt. Am 10. November soll eine weitere Veranstaltung in Paris folgen. Anschließend steht am 12. November die Kepler Pan-European Real Estate Conference in London auf dem Terminplan. Für den 16. November ist eine Debt Roadshow in Sydney vorgesehen.

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