Vonovia Aktie: Goldman Sachs senkt Kursziel

Vonovia bestätigt die Jahresziele und steigert das bereinigte EBITDA im Halbjahr, doch Zinsdruck und Analystenurteile belasten die Aktie weiter.

Die Kernpunkte:
  • Goldman Sachs reduziert Vonovias Kursziel
  • Barclays bewertet die Aktie vorsichtiger
  • Bereinigtes EBITDA steigt im Halbjahr
  • Zinsdruck belastet Immobilienwerte zusätzlich

Goldman Sachs traut Vonovia weiterhin einen Anstieg zu, sieht das Potenzial aber deutlich geschrumpft. Am Montag vergangener Woche senkte das Analystenhaus sein Kursziel für den Immobilienkonzern von 34,20 Euro auf 29,50 Euro, beließ die Einstufung jedoch bei „Buy“.

Am selben Tag stufte Barclays die Aktie mit einem Kursziel von 20 Euro auf „Underweight“ ein. Die gegensätzlichen Einschätzungen zeigen, wie unterschiedlich Analysten die Aussichten des größten deutschen Wohnungskonzerns derzeit bewerten.

Die Vonovia-Aktie notierte am Montag bei 19,30 Euro und damit 2,6 Prozent unter dem Vortagesniveau. Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,1 Prozent zu Buche, über die vergangenen 30 Tage hat das Papier fast ein Zehntel an Wert verloren. Damit liegt der Kurs nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 19,16 Euro und rund ein Drittel unter dem im Februar erreichten Jahreshoch von 28,88 Euro.

Halbjahreszahlen zeigen stabiles Geschäft

Operativ läuft es für Vonovia trotz des Kursverfalls solide. Der Konzern meldete Anfang August ein bereinigtes EBITDA von 1,46 Milliarden Euro für das erste Halbjahr, ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie sank dagegen leicht von 1,20 auf 1,13 Euro. Der Wert des Immobilienportfolios kletterte auf 85,7 Milliarden Euro, gestützt durch positive Neubewertungen.

Die Jahresprognose für 2026 bestätigte das Unternehmen: Beim bereinigten EBITDA peilt Vonovia weiterhin 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro an, beim Vorsteuergewinn 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro.

Beim organischen Mietwachstum musste der Konzern allerdings leicht nach unten korrigieren – Grund ist ein Effekt aus dem Berliner Mietspiegel. Genau in diesem Punkt setzen offenbar auch die Analysten von Barclays an, wenn sie die Wachstumsdynamik des Unternehmens skeptischer beurteilen als noch vor Wochen.

Zinsen und Sektorstimmung belasten zusätzlich

Zur unternehmensspezifischen Skepsis kommt ein branchenweiter Gegenwind. Steigende Zinssignale und anziehende Ölpreise setzen Immobilien- und Technologiewerte am Markt derzeit besonders unter Druck.

Auch der Deutsche Hypo Immobilienklima-Index bestätigte Ende August die eingetrübte Stimmung: Das Ertragsklima fiel im August um 4,4 Prozent auf 87,1 Punkte, das Investmentklima sogar um 7,4 Prozent auf 75,9 Punkte. Beide Indikatoren liegen damit klar unter der neutralen 100-Punkte-Marke.

Für Vonovia bedeutet das: Selbst solide operative Zahlen reichen derzeit nicht aus, um den Kurs gegen den Zinsdruck zu stabilisieren. Die Aktie notiert mit einem RSI von 30,4 im überverkauften Bereich, was auf eine technische Erholung hindeuten könnte – ändert aber nichts daran, dass Anleger die fundamentale Story vorerst zweitrangig behandeln. Solange die Zinssorgen den Sektor dominieren, dürfte die Kursentwicklung stärker von der Makrolage als von Unternehmenszahlen abhängen.

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