Vonovia Aktie: Goldman Sachs stuft auf Neutral herab

Rund 1.000 neue Wohnungen baut Deutschlands größter Immobilienkonzern derzeit in der Bundeshauptstadt. Vonovia-Vorstandschef Luka Mucic betonte heute laut der Nachrichtenagentur dpa die Rolle des Unternehmens im Kampf gegen den anhaltenden Wohnungsmangel. Der Konzern müsse Teil der Lösung sein, erklärte der Vorstandsvorsitzende mit Blick auf den angespannten Berliner Wohnungsmarkt.
Seit dem Jahr 2013 hat der DAX-Konzern nach eigenen Angaben insgesamt 6.000 Wohnungen in Berlin fertiggestellt. Die Bautätigkeit bleibt für das Management ein zentraler Hebel, um der Verknappung von Wohnraum in deutschen Metropolen entgegenzuwirken und das eigene Portfolio weiterzuentwickeln.
Herausforderungen im Berliner Mietmarkt
Die Expansion im Bestand verläuft allerdings nicht ohne Reibungspunkte. Bereits bei der Vorlage der Halbjahreszahlen für 2026 dämpfte der Konzern die Erwartungen an das organische Mietwachstum leicht auf rund vier Prozent. Als wesentlichen Grund nannte Vonovia damals eine langsamere Umsetzung im Umfeld des Berliner Mietspiegels.
Das Kerngeschäft lieferte im ersten Halbjahr dennoch ein solides Ergebnis: Das bereinigte EBITDA aus der Vermietung kletterte um 3,5 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro. Bei den Sparten Sales und Development mahnte die Unternehmensführung jedoch zur Vorsicht, da anhaltende Marktschwächen das Erreichen der oberen Hälfte der Jahresprognose erschweren könnten.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte der Konzern dennoch seine Ertragsziele. Die Erlöse aus der Vermietung sollen zwischen 3,45 Milliarden und 3,55 Milliarden Euro liegen, während das bereinigte EBITDA auf 2,95 Milliarden bis 3,05 Milliarden Euro veranschlagt bleibt.
Zurückhaltung bei Analysten und an den Märkten
An der Börse spiegeln sich die operativen Herausforderungen und die Zinslast der Branche deutlich wider. Am gestrigen Freitag ging das Vonovia-Papier mit einem Kurs von 17,79 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie damit ein Minus von 28 Prozent.
Auch Experten nahmen zuletzt eine vorsichtigere Haltung ein. Am 7. September stufte die US-Bank Goldman Sachs die Aktie von Vonovia von „Buy“ auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel.
Parallel zu den Neubauaktivitäten trieb Vonovia die finanzielle Konsolidierung voran. Bis zur Jahresmitte refinanzierte der Wohnungsriese Verbindlichkeiten in Höhe von 4,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig erlöste das Management durch gezielte Portfolioverkäufe im ersten Halbjahr rund 700 Millionen Euro, um die Bilanz weiter zu entlasten und Handlungsspielraum für Investitionen zu sichern.
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