Vonovia Aktie: Katja Wünschel übernimmt das Development-Ressort
Vonovia ernennt Katja Wünschel zur neuen Development-Chefin. Das Segment verzeichnete einen deutlichen Ergebnisrückgang, das Unternehmen hält an seinen Wachstumszielen fest.

- Führungswechsel im Development-Bereich
- Starker Ergebnisrückgang im ersten Quartal
- Wachstumsprognose für 2026 bestätigt
- Aktienkurs liegt unter Buchwert
Heute übernimmt Katja Wünschel bei Vonovia das Development-Ressort — und tritt damit in ein Amt, das zuletzt mehr Fragen aufwarf als Antworten lieferte. Das Segment Development brach im ersten Quartal 2026 um fast drei Viertel ein. Genau das macht den Wechsel für Anleger interessant.
Neues Gesicht, neue Herkunft
Wünschel kommt nicht aus der Immobilienwirtschaft. Von 2022 bis zu ihrem Eintritt bei Vonovia Anfang April führte sie als CEO die RWE Renewables Europe & Australia GmbH; zuvor war sie ab 2019 COO der Vorgängerorganisation. Vonovia begründet die Wahl mit ihrer Erfahrung in der Realisierung großer Investitionsprojekte und komplexer Bau- und Entwicklungsvorhaben.
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Ihr Vorgänger Daniel Riedl war seit Mai 2018 Chief Development Officer. Er verlässt den Vorstand heute im gegenseitigen Einvernehmen.
Einbruch im Development als Ausgangspunkt
Das Adjusted EBITDA im Segment Development fiel im ersten Quartal 2026 auf 13,6 Mio. Euro — nach 51,7 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Allerdings verzerrt ein Grundstücksverkauf mit rund 53 Mio. Euro EBITDA-Effekt den Vorjahreswert erheblich. Bereinigt fällt der Rückgang deutlich moderater aus.
Vonovia hält dennoch an seinen Wachstumserwartungen für das Segment fest. Das Unternehmen rechnet 2026 mit starkem Wachstum durch Projektverkäufe, den Hochlauf des Neubaus und opportunistische Grundstücksverkäufe. Das Development-Ressort ist damit nicht nur Ergebnistreiber, sondern auch Instrument der Kapitalsteuerung.
Finanzierungskosten bremsen den Konzern
Das Gesamtbild bleibt durch das Zinsumfeld geprägt. Das Adjusted EBITDA Total stieg im ersten Quartal leicht auf 711,6 Mio. Euro, das Adjusted EBT ging jedoch zurück — belastet durch rund 20 Mio. Euro höhere Finanzierungskosten.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Vonovia ein Adjusted EBITDA Total von 2,95 bis 3,05 Mrd. Euro sowie ein bereinigtes Periodenergebnis für Aktionäre von 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro. In diesem Rahmen muss Wünschel das Development-Segment neu aufstellen.
Operativ knüpft das Ressort an laufende Modernisierungsprojekte an: Wärmepumpen-Cubes, serielle Fassadenmodernisierung und ein Power-to-Heat-Projekt in Hamburg stehen stellvertretend für den Kurs hin zu modularem, industrialisiertem Bauen — genau das Feld, für das Wünschels Projekterfahrung geholt wurde.
Die Vonovia Aktie notiert aktuell bei 21,40 Euro und damit rund 25 Prozent unter dem Stand vor zwölf Monaten. Der EPRA NTA lag zum 31. März bei 46,57 Euro je Aktie — mehr als doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs. Die nächste Bestandsbewertung ist zum 30. Juni vorgesehen und könnte zeigen, ob die Portfoliostabilisierung anhält.
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