Vonovia Aktie: Kurs notiert knapp über Jahrestief

Vonovia bleibt nahe dem Jahrestief, während Kursziele sinken und der Konzern mit Anleiherückzahlung sowie Verkäufen gegensteuert.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert 19 Prozent seit Jahresbeginn
  • Barclays und Goldman Sachs senken Kursziele
  • 500-Millionen-Euro-Anleihe wird vorzeitig getilgt
  • Wohnungsportfolio für rund 55 Millionen verkauft

Vonovia notiert am Ende einer Woche voller Nachrichten nur knapp über seinem Jahrestief. Der Wohnungskonzern schloss am Freitag bei 19,84 Euro, nur 1,6 Prozent über der bisherigen Jahresmarke. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 19 Prozent verloren – ein Rückgang, der sich trotz mehrerer operativer Fortschritte fortsetzt.

Analystenlager bleibt gespalten

Die Bewertungen der großen Häuser könnten unterschiedlicher kaum ausfallen. Barclays senkte sein Kursziel für Vonovia in der vergangenen Woche von 23 auf 20 Euro und beließ die Einstufung bei „Underweight“ – eine deutlich skeptische Position. Nur wenige Tage zuvor hatte Goldman Sachs sein Kursziel zwar ebenfalls gekappt, von 34,20 auf 29,50 Euro, die Einstufung „Buy“ aber bestätigt.

Zwischen den beiden Zielmarken liegen fast zehn Euro – ein ungewöhnlich breites Spektrum für einen der größten deutschen Immobilienkonzerne. Jefferies hatte sich zuvor mit einer Bestätigung der Kaufempfehlung positioniert, ohne ein neues Kursziel zu nennen.

Diese Divergenz spiegelt die grundsätzliche Unsicherheit über die Bewertung von Wohnimmobilienkonzernen in einem Umfeld hoher Zinsen und schwacher Cashflow-Multiplikatoren wider. Während die einen auf strukturelle Belastungen durch Finanzierungskosten verweisen, sehen andere in den aktuellen Kursniveaus bereits eine Übertreibung nach unten.

Bilanzarbeit und Portfoliobereinigung

Parallel zur Diskussion um die Bewertung treibt Vonovia seine Bilanzoptimierung voran. Am vergangenen Donnerstag kündigte der Konzern die vorzeitige Rückzahlung einer Anleihe über 500 Millionen Euro mit einem Kupon von 1,75 Prozent an, die eigentlich erst 2027 fällig gewesen wäre. Solche Schritte signalisieren, dass Vonovia trotz des schwierigen Kursumfelds über ausreichend Liquidität verfügt, um teure Verbindlichkeiten frühzeitig abzulösen.

Am selben Tag wurde zudem der Verkauf eines Wohnungsportfolios in Lüneburg bekannt. Tristan Capital Partners und die Porth Group erwarben die Einheiten – je nach Quelle 972 oder 975 Wohnungen – für rund 55 Millionen Euro. Solche Einzelverkäufe sind Teil der laufenden Portfoliobereinigung, mit der Vonovia seine Schuldenlast reduzieren will.

Kursverlauf spiegelt Skepsis

Der Kursverlauf der vergangenen Wochen zeigt, dass die operativen Nachrichten die Skepsis am Markt bislang nicht auffangen konnten. Seit der Bestätigung der Jahresziele vor gut drei Wochen hat die Aktie weitere 6,2 Prozent verloren, seit der Ankündigung der Unterstützung für das KI-Startup Immoly vor rund zwei Wochen sind es 6,1 Prozent. Beide Ereignisse konnten den Abwärtstrend also nicht durchbrechen.

Technisch bleibt das Bild angeschlagen: Die Aktie notiert 5,3 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und 14 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 23,10 Euro. Der Relative-Stärke-Index von 37 deutet auf eine leicht überverkaufte Situation hin, ohne dass daraus bereits eine Trendwende folgt.

Anleger dürften die kommenden Wochen genau beobachten, ob die Bilanzmaßnahmen und Portfolioverkäufe ausreichen, um das Vertrauen der skeptischeren Analystenlager zurückzugewinnen.

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