Vonovia Aktie: Kurs verharrt nahe Jahrestief

Vonovia wirbt in Berlin um politische Zusammenarbeit und bietet Neubau für Soldatenwohnungen an; die Aktie liegt nahe ihrem Jahrestief.

Die Kernpunkte:
  • Vonovia bietet künftiger Regierung Gespräche an
  • Wohnungsbau für Soldaten angeboten
  • Berenberg bestätigt Kaufempfehlung und Kursziel
  • Aktie notiert knapp über Jahrestief

Der Bochumer Wohnungskonzern Vonovia versucht die Flucht nach vorn und sucht den Schulterschluss mit der Politik. Nach dem Wahlsieg der Linken bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl bot Vorstandschef Luka Mucic am Montag der künftigen Landesregierung den Dialog an.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters bezeichnete Mucic das Unternehmen als Teil der Lösung für den angespannten Berliner Wohnungsmarkt. Der Konzern setze gezielt auf Neubau sowie bezahlbare Mieten, um den anhaltenden Spannungen in der Hauptstadt zu begegnen.

Neubau als politisches und operatives Angebot

Die Neubau-Initiative beschränkt sich dabei nicht allein auf den klassischen Mietwohnungssektor. Am Donnerstag erklärte sich Vonovia bereit, für die geplante Vergrößerung der Bundeswehr Wohnungen für Soldaten zu bauen und zu betreiben. Mit dieser Offerte signalisiert das Management Bereitschaft, staatliche Infrastrukturvorhaben aktiv zu unterstützen und gleichzeitig neue Wohnungsbestände zu schaffen.

Begleitet werden die Initiativen auf der anderen Seite von fortwährender Kritik aus der Mieterschaft. Medienberichten zufolge beklagten einzelne Haushalte Mängel an Wohngebäuden sowie fragwürdige Praktiken bei den Mietabrechnungen. Für das Unternehmen bleibt die Zufriedenheit der Mieter damit ein heikler Faktor, der die politische Debatte über private Wohnungsgesellschaften immer wieder befeuert.

Berenberg bewertet Enteignungsrisiken als gering

Trotz der politischen Diskussionen im Berliner Wahlkampf, in dem sich Mucic bereits klar gegen eine Vergesellschaftung großer Bestände positioniert hatte, schätzen Finanzexperten die Lage gelassener ein.

Kai Klose vom Analysehaus Berenberg beließ die Einstufung für die Aktie am Dienstag nach einem Gespräch auf einer Konferenz auf „Buy“ mit einem Kursziel von 34,50 Euro. Das Analysehaus bekräftigte seine rechtliche Einschätzung, wonach eine Enteignung großer Wohnungsunternehmen in Berlin verfassungswidrig wäre.

Notierung verharrt nahe dem Jahrestief

An der Börse spiegeln sich die regulatorischen Sorgen und die schwache Branchenstimmung jedoch weiterhin deutlich wider. Das Papier schloss am Freitag bei 17,34 Euro, womit es sich nur knapp über dem am Dienstag markierten 52-Wochen-Tief von 17,05 Euro bewegt.

Seit Jahresanfang verzeichnet der DAX-Titel einen Kursrückgang von 29 Prozent. Ob die angebotenen Partnerschaften im staatlichen Wohnungsbau und das Werben um Kooperation in Berlin den Abwärtstrend stoppen können, hängt vor allem von den anstehenden politischen Weichenstellungen ab.

Anzeige

Vonovia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vonovia-Analyse vom 26. September liefert die Antwort:

Die neusten Vonovia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vonovia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Vonovia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Vonovia