Vonovia Aktie: Linke siegt, Druck wächst

Der Wahlerfolg der Linken erhöht den politischen Druck auf Vonovia. Im Fokus stehen 138.000 Wohnungen und ein geplantes Spitzentreffen im Oktober.

Die Kernpunkte:
  • Linke erreicht 25,7 Prozent in Berlin
  • Vergesellschaftung bleibt zentrale Parteiforderung
  • Deutsche Wohnen hält 138.000 Berliner Wohnungen
  • Analystenziele liegen zwischen 20 und 34 Euro

Ein klares Wahlergebnis in Berlin sorgt bei Vonovia für neue Unruhe. Die Linke hat die Abgeordnetenhauswahl mit 25,7 Prozent deutlich gewonnen, vor CDU und AfD. Für den größten deutschen Wohnungskonzern ist das keine Randnotiz — die Partei hatte die Vergesellschaftung großer Immobilienunternehmen zum Wahlkampfthema gemacht.

Spitzenkandidatin Elif Eralp ließ nach dem Sieg keinen Zweifel an ihrem Kurs. In der ARD bekräftigte sie, an der Forderung auch in möglichen Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen festhalten zu wollen. Das Thema dürfte damit zum zentralen Streitpunkt möglicher Gespräche werden.

Berlin ist kein Nebenschauplatz

Für Vonovia steht in der Hauptstadt viel auf dem Spiel. Über die Tochter Deutsche Wohnen kommt der Konzern dort auf rund 138.000 Wohnungen im strategischen Bestand, die zum 30. Juni einen Verkehrswert von etwa 23,5 Milliarden Euro hatten. Ein politisch durchgesetzter Vergesellschaftungskurs würde damit einen erheblichen Teil des Portfolios treffen.

Vor der Wahl hatte Vonovia bereits das Gespräch mit Linken-Chef Luigi Pantisano gesucht, um den Vorwürfen der Partei entgegenzutreten. Pantisano nahm die Einladung an — ein Treffen mit Vonovia-Chef Luca Mucic ist für den 13. Oktober vorgesehen. Scharf dürfte der Ton trotzdem bleiben: Pantisano hatte angekündigt, sich der Konfrontation mit den Köpfen der „Mietmafia“ zu stellen.

Vonovia setzt im Gegenzug auf den Verweis auf eigene Bauleistung. Nach Angaben von Mucic hat der Konzern seit 2013 rund 6.000 neue Wohnungen in Berlin errichtet, weitere rund 1.000 befinden sich aktuell im Bau. Ob das reicht, um die politische Debatte zu entschärfen, ist offen — die Fronten zwischen Konzern und Linker Basis bleiben verhärtet.

Das Analystenbild bleibt unterdessen uneinheitlich: Die Kursziele der zuletzt befragten Häuser reichen von 20 bis 34 Euro. Diese Spanne zeigt, wie unterschiedlich die regulatorischen Risiken aus Berlin eingepreist werden.

Das Treffen zwischen Mucic und Pantisano am 13. Oktober dürfte erste Hinweise liefern, ob sich Konzern und Linke wenigstens auf eine gemeinsame Gesprächsbasis einigen können. Bis dahin bleibt die politische Unsicherheit rund um den Berliner Bestand ein Belastungsfaktor für die Aktie.

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