Vonovia Aktie: Lüneburg-Verkauf unter Erwartung belastet

Vonovia hält an der Jahresprognose fest, während stabile Vermietungskennzahlen und der günstige Wohnungsverkauf die Aktie belasten.

Die Kernpunkte:
  • Aktie erholt sich technisch leicht
  • Bereinigtes Vermietungs-EBITDA steigt
  • Jahresziele bleiben unverändert bestehen
  • Lüneburg-Verkauf wartet auf Genehmigung

Nach dem Rutsch auf ein Dreijahrestief bei 19,00 Euro am Dienstag hat sich die Vonovia-Aktie zuletzt stabilisiert. Am Donnerstag schloss das Papier bei 19,18 Euro, ein Plus von 2,4 Prozent im Tagesvergleich. Einen konkreten Auslöser für die Erholung nannten Marktteilnehmer nicht – Medienberichten zufolge handelte es sich zunächst um eine technische Gegenbewegung nach dem starken Kursverlust der Vortage.

Der Blick auf die Charttechnik zeigt allerdings, wie angeschlagen der Titel weiterhin ist: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 22 Prozent zu Buche, und mit einem RSI von 35,1 bleibt die Aktie im überverkauften Bereich. Der Kurs notiert damit weiter deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt, was den seit März anhaltenden Abwärtstrend unterstreicht.

Operatives Geschäft läuft besser als der Kurs vermuten lässt

Während die Aktie unter Druck steht, meldete Vonovia für das erste Quartal 2026 solide Zahlen. Das bereinigte EBITDA im Vermietungsgeschäft stieg um 6,3 Prozent auf 629,7 Millionen Euro, das organische Mietwachstum lag bei 4,0 Prozent im Jahresvergleich. Besonders stark entwickelte sich das Value-add-Segment mit einem Plus von 30,1 Prozent auf 50,1 Millionen Euro.

Die Vermietungsquote lag bei 97,7 Prozent, die Mieteinnahmen-Einzugsquote bei 99,6 Prozent – Kennzahlen, die auf ein stabiles Kerngeschäft hindeuten, auch wenn das Immobilienportfolio mit 530.506 Einheiten gegenüber dem Vorjahresquartal leicht schrumpfte.

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Vonovia zuletzt die Prognose eines bereinigten EBITDA von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro sowie eines bereinigten EBT zwischen 1,9 und 2,0 Milliarden Euro. Diese Guidance stammt aus dem Zahlenwerk zum dritten Quartal 2025 und wurde seither nicht revidiert.

Lüneburg-Verkauf belastete die Stimmung

Für zusätzlichen Gegenwind sorgte Mitte August die Bekanntgabe des Verkaufs von 975 Wohnungen in Lüneburg an Tristan Capital Partners und die Porth Gruppe. Der Verkaufspreis von 55 Millionen Euro liegt deutlich unter dem ursprünglichen Angebot von 90 Millionen Euro – ein Signal, das Anleger als Hinweis auf schwächere Immobilienbewertungen deuteten.

Die Transaktion, die jährliche Netto-Mieteinnahmen von 5,9 Millionen Euro umfasst, steht noch unter dem Vorbehalt einer Genehmigung durch den Stadtrat Lüneburg, der ein Vorkaufsrecht besitzt.

Auf der operativen Seite gibt es auch positive Signale abseits der Finanzkennzahlen: Die Kundenzufriedenheit erreichte im zweiten Quartal 2026 mit 77,3 Prozent einen neuen Rekordwert.

Bewertung bleibt niedrig

Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 15,96 Milliarden Euro wird Vonovia derzeit deutlich unter dem Niveau vom Jahresanfang gehandelt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 28,88 Euro beträgt 34 Prozent, während das Papier nur rund 2,7 Prozent über dem jüngsten Tief liegt.

Für Anleger bleibt die Frage entscheidend, ob die operative Stabilität des Vermietungsgeschäfts ausreicht, um das durch Zinssorgen und den enttäuschenden Lüneburg-Deal belastete Vertrauen zurückzugewinnen.

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