Vonovia Aktie: Mieten steigen, Kurs hinkt
Höhere Angebotsmieten stützen den Markt, doch politische Unsicherheit in Berlin und Finanzierungskosten belasten Vonovias Kurs.

- Aktie verliert knapp acht Prozent binnen 30 Tagen
- Angebotsmieten steigen im dritten Quartal um 1,2 Prozent
- Jefferies senkt Kursziel, bestätigt Kaufempfehlung
- Kursziele reichen von 20 bis 34 Euro
Eigentlich sollte steigender Wohnraumpreis dem größten deutschen Vermieter in die Karten spielen. Trotzdem bleibt Vonovia am Donnerstag hinter der Konkurrenz zurück. Aktionäre verweisen vor allem auf die politische Lage in Berlin und auf ausbleibende Entlastung bei den Zinsen.
Berlin bremst die Stimmung
Im Zentrum steht das Ringen um eine mögliche Koalition aus Linke, Grünen und SPD in der Hauptstadt. Dabei liegt eine Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne auf dem Tisch. Für Vonovia ist Berlin ein Kernmarkt, entsprechend sensibel reagieren Anleger auf jede Wendung. Hoffnungen auf Rückenwind von der Zinsseite haben sich bislang nicht erfüllt.
Der Kurs spiegelt das wider. Zuletzt notierte die Aktie bei rund 45 Euro, auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von knapp acht Prozent.
Der Mietmarkt liefert Rückenwind
Die Fundamentaldaten sprechen eigentlich für die Branche. Die Angebotsmieten stiegen im dritten Quartal nominal um 1,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Kiel Institut mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit dem ersten Quartal 2025. Im zweiten Quartal waren es noch 0,8 Prozent.
Berlin und Düsseldorf legten mit 2,1 beziehungsweise 2,0 Prozent am stärksten zu. Im Jahresvergleich liegt das Plus bundesweit bei 3,7 Prozent, in Hamburg sogar bei 6,7 Prozent. Besonders gefragt sind Bestandswohnungen, also genau das Segment, in dem Vonovia zu Hause ist.
Analysten bleiben vorsichtig
Jefferies hat das Kursziel zuletzt deutlich gesenkt, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Die Analysten warnen vor anhaltendem Druck auf die Branche: Steigende Finanzierungskosten und schwächeres Wachstum trüben aus ihrer Sicht die Aussichten für Europas Immobilienriesen.
Das Analystenbild ist breit gestreut. Die Kursziele reichen von 20 bis 34 Euro und liegen damit überwiegend unter dem aktuellen Kurs. Dieser Abstand zeigt, wie skeptisch der Markt die Bewertung einordnet. Die Dividende von 1,25 Euro je Aktie sorgt für eine Rendite von gut fünf Prozent, stützt den Kurs aber bislang nicht.
Entscheidend bleibt damit die Berliner Koalitionsfrage. Solange eine Vergesellschaftung im Raum steht, dürften höhere Mieten den Aktienkurs kaum tragen.
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