Vonovia Aktie: Milliarden-Diät für die Bilanz

Der Immobilienkonzern Vonovia plant den Verkauf von Vermögenswerten im Wert von fünf Milliarden Euro, um seine Schuldenlast zu senken. Trotz eines starken operativen Jahresergebnisses erreicht die Aktie ein neues Tief.

Die Kernpunkte:
  • Fünf-Milliarden-Verkaufsplan zur Entschuldung
  • Starker operativer Gewinn im Jahr 2025
  • Aktienkurs fällt auf 52-Wochen-Tief
  • Kritik des Mieterbundes an Mietentwicklung

Der Immobilienkonzern Vonovia hat ein klares Ziel: Die Schuldenlast muss signifikant sinken. Unter dem neuen CEO Luka Mucic plant der DAX-Konzern den Verkauf von Vermögenswerten im Wert von rund fünf Milliarden Euro. Dabei liefert das operative Geschäft für das abgelaufene Jahr 2025 eigentlich überzeugende Argumente für Optimismus.

Konkreter Fahrplan zur Entschuldung

Um den Verschuldungsgrad (LTV) bis Ende 2028 auf 40 Prozent zu drücken, dreht das Management an mehreren Stellschrauben. Aktuell liegt dieser Wert bei 45,4 Prozent und damit noch über der eigenen Zielspanne. Von den angestrebten fünf Milliarden Euro sollen rund zwei Milliarden aus dem Verkauf von Objekten fließen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, wie etwa Pflege- und Gewerbeimmobilien.

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Zusätzlich forciert Vonovia das Privatisierungsgeschäft. Künftig sollen jährlich mindestens 3.000 bis 3.500 Wohnungen veräußert werden, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 2.333 verkauften Einheiten im Vorjahr. Auch die Öffnung der eigenen Plattformen für das Management externer Portfolios soll neue Erlösquellen erschließen.

Milliardengewinn trifft auf Zinsängste

Operativ steht Deutschlands größter Vermieter auf einem soliden Fundament. Für das Geschäftsjahr 2025 wies der Konzern einen Nettogewinn von 3,72 Milliarden Euro aus, nachdem im Vorjahr noch ein dreistelliger Millionenverlust in den Büchern stand. Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) kletterte um sechs Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Bemerkenswert ist dabei das zweistellige Wachstum in den Bereichen abseits der klassischen Vermietung, die bis 2028 bis zu einem Viertel zum Gesamtergebnis beisteuern sollen.

Trotz dieser operativen Wende reagiert der Markt verhalten. Die anhaltend hohen Kapitalmarktzinsen verteuern Refinanzierungen in der gesamten Branche. Am heutigen Freitag rutschte der Kurs bei 21,59 Euro exakt auf ein neues 52-Wochen-Tief ab. Anleger gewichten die makroökonomischen Risiken durch inflationäre Effekte derzeit offenbar schwerer als die auf 1,25 Euro je Aktie gestiegene Dividende.

Begleitet wird die Bilanzpräsentation zudem von Kritik des Deutschen Mieterbundes. Angesichts einer auf 8,38 Euro pro Quadratmeter gestiegenen Durchschnittsmiete warf der Verband dem Konzern überzogene Erhöhungen vor – was Vonovia mit Verweis auf die strikte Orientierung an lokalen Mietspiegeln umgehend zurückwies.

Analysten blicken differenziert auf die Strategieanpassung. Die Privatbank Berenberg bestätigt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 38 Euro und wertet den klaren Fokus auf den Schuldenabbau als positiven Impuls. Das Management muss nun beweisen, dass es die ehrgeizigen Verkaufsziele im aktuellen Zinsumfeld zügig und wertschaffend realisieren kann.

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