Vonovia Aktie: Mucic fordert Reform der Mietregulierung
Vonovia übertrifft Halbjahreserwartungen, bestätigt Jahresziele und fordert eine grundlegende Reform der Mietregulierung. Die Aktie bleibt trotzdem nahe ihrem Jahrestief.

- Operativer Gewinn übertrifft Erwartungen
- Vonovia fordert Mietrechtsreform
- Jahresziele für 2026 bestätigt
- Aktie trotzdem nahe Jahrestief
Vonovia hat im ersten Halbjahr 2026 mehr verdient als erwartet. Der operative Gewinn stieg leicht, die Ergebnisse übertrafen die Markterwartungen. Zeitgleich meldet sich Vorstandschef Luca Mucic mit einer politischen Forderung zu Wort: Er verlangt eine grundlegende Reform der Mietregulierung.
Die Kombination aus solider operativer Entwicklung und offener Kritik an bestehenden Regeln prägt den Auftritt des größten deutschen Wohnungskonzerns in dieser Woche.
Vonovia bestätigte seine Ertragsziele für das laufende Jahr sowie bis 2028. Für 2026 peilt das Unternehmen ein bereinigtes EBITDA von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro an, einen Vorsteuergewinn zwischen 1,9 und 2,0 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Periodenergebnis von 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro.
Mietwachstum leidet unter Berliner Mietspiegel
Nicht alles läuft nach Plan: Das organische Mietwachstum für 2026 wurde um 20 Basispunkte nach unten korrigiert. Grund ist vor allem der Berliner Mietspiegel, der die Spielräume für Mieterhöhungen in der Hauptstadt begrenzt. Genau hier setzt Mucic mit seiner Forderung nach einer Reform an – für Vonovia ist die aktuelle Regulierung ein zentraler Bremsfaktor für das Ertragswachstum in einzelnen Regionen.
Zugleich zeigt sich der Konzern kompromissbereit gegenüber der Politik. Vonovia begrüßte ein geplantes Enteignungsverbot für Wohnungen und signalisierte Bereitschaft, sich an Regierungsinitiativen für günstigeren Wohnraum zu beteiligen. Das Unternehmen positioniert sich damit als Gesprächspartner der Politik, nicht nur als Kritiker der Regulierung.
Der Wohnungsbau in Deutschland zeigt derweil erste Erholungssignale: Die Zahl der Baugenehmigungen stieg im Juni, der Sektor verzeichnete den stärksten Halbjahresanstieg seit 2016. Für Bestandshalter wie Vonovia ist das zunächst kein direkter Ergebnistreiber, unterstreicht aber ein insgesamt aufhellendes Marktumfeld.
Kurs nahe Jahrestief trotz positiver Zahlen
Die Aktie honoriert die operative Stärke bislang kaum. Am Freitag schloss das Papier bei 20,05 Euro, nur wenig über dem 52-Wochen-Tief von 19,53 Euro.
Seit Jahresbeginn steht ein Kursverlust von 18 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es 28 Prozent. Der Titel notiert damit rund 31 Prozent unter seinem Jahreshoch von 29,03 Euro und liegt zugleich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 23,25 Euro.
Die Deutsche Bank reagierte am Donnerstag mit einer Hochstufung: Analyst Thomas Rothäusler hob die Einstufung von „Hold“ auf „Buy“ und das Kursziel von 25 auf 26 Euro an. Jefferies bestätigte am selben Tag seine „Buy“-Einstufung. Beide Häuser sehen demnach trotz des schwachen Kursverlaufs Aufwärtspotenzial – gestützt auf die bestätigte Guidance und die operative Entwicklung im ersten Halbjahr.
Für Anleger bleibt die Diskrepanz zwischen Zahlen und Kurs das zentrale Thema: Während der Vorstand seine Ziele bestätigt und Analysten optimistischer werden, bleibt der Kurs von regulatorischer Unsicherheit belastet. Der nächste Blick auf die Geschäftsentwicklung folgt mit der Zwischenmitteilung zum dritten Quartal am 4. November.
Vonovia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Vonovia-Analyse vom 22. August liefert die Antwort:
Die neusten Vonovia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vonovia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Vonovia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




