Vonovia Aktie: Mucic stellt sich Donnerstag in Bochum

Immobilienkonzern Vonovia steht unter Druck: Hohe Verschuldung, fallender Aktienkurs und Streit um die Dividende prägen die Hauptversammlung.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert deutlich an Wert
  • Streit um Kapitalverwendung eskaliert
  • Verkäufe von Milliardenvolumen geplant
  • Neuer CEO steht Rede und Antwort

Vonovia geht mit spürbarem Druck in die Hauptversammlungswoche. Der Kurs schwächelt, die Verschuldung bleibt hoch, und kritische Aktionärsvertreter stellen die Kapitalverwendung infrage. Am Donnerstag trifft der neue Vorstandschef Luka Mucic auf die Anteilseigner in Bochum.

Die Aktie schloss am Montag bei 22,10 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 7,22 Prozent, über zwölf Monate sind es 23,95 Prozent.

Streit um Kapital und Bestand

Der zentrale Konflikt liegt offen auf dem Tisch. Vonovia will Kapital an Aktionäre ausschütten, während Gegenanträge den Bilanzgewinn in die Sanierung des Bestands lenken wollen. Besonders sensibel ist der Vorwurf, der Konzern trenne sich bevorzugt von Wohnungen mit hohem Energiebedarf.

Das trifft einen wunden Punkt der Branche. Hohe Zinsen drücken auf Bewertungen, Baukosten bleiben ein Problem, und die Stimmung im Wohnimmobiliensektor ist schwach. Das Geschäftsklima fiel im April von minus 19,3 auf minus 28,4 Punkte.

Für Mucic wird die Hauptversammlung damit mehr als ein Pflichttermin. Er muss erklären, wie Vonovia Schulden senken, Wohnungen modernisieren und Investoren bei der Stange halten will. Das ist ein enger Korridor.

Verkäufe sollen Schulden drücken

Vonovia setzt stark auf Verkäufe. Vermögenswerte im Volumen von fünf Milliarden Euro sollen den Besitzer wechseln. Parallel dazu treibt der Konzern die Privatisierung einzelner Wohnungen voran.

Der Druck kommt auch von der Passivseite. In den kommenden beiden Jahren werden Anleihen in Milliardenhöhe fällig. Zuletzt sank die Beleihungsquote leicht auf 45,1 Prozent, der Verschuldungsgrad lag bei 13,7x.

Bis Ende 2028 will Vonovia den Verschuldungsgrad auf unter 12x drücken. Beim LTV peilt der Konzern rund 40 Prozent an, die Zinsdeckungsquote soll über 3x liegen.

Operativ liefert das Vermietungsgeschäft weiter. Das bereinigte EBITDA stieg im ersten Quartal um 6,3 Prozent, obwohl der Bestand um rund 4.000 Wohnungen schrumpfte. Das organische Mietwachstum lag bei 4,0 Prozent.

Schwächer sieht es beim Gewinn vor Steuern aus. Das bereinigte EBT fiel auf 462,2 Millionen Euro, vor allem wegen höherer Finanzierungskosten. An der Jahresprognose hält Vonovia fest: rund drei Milliarden Euro beim bereinigten EBITDA Total und knapp zwei Milliarden Euro beim bereinigten EBT.

Dividende bleibt Reizthema

Auch Personalien stehen auf der Agenda. Dr. Anne-Marie Großmann-Minkwitz soll neu in den Aufsichtsrat einziehen, Jürgen Fenk kandidiert erneut. Für Aufsichtsräte ist künftig ein Festgehalt von 132.000 Euro vorgesehen, davon sollen 20 Prozent in Vonovia-Aktien fließen.

Bei Zustimmung zur Dividende wäre der Ex-Tag am 22. Mai 2026, die Auszahlung ist für den 26. Mai geplant. Die Ausschüttung läge über einer Milliarde Euro und soll aus dem steuerlichen Einlagekonto stammen.

Am Donnerstag zählen deshalb vor allem klare Aussagen zu Verkäufen, Schulden und Immobilienwerten. Nach dem Kursrückgang reicht eine saubere Präsentation allein kaum aus. Der Markt will sehen, dass der Entschuldungsplan auch bei schwacher Branchenstimmung trägt.

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