Vonovia Aktie: Neues Geschäftsfeld Militär

Der Immobilienkonzern bietet seriell errichtete Neubauwohnungen für Bundeswehrangehörige an. Ob das Verteidigungsministerium ein konkretes Vorhaben daraus macht, ist offen.

Die Kernpunkte:
  • Vonovia signalisiert Interesse an Bundeswehrwohnungen
  • Serielles Bauen soll Kapazitäten schaffen
  • Gespräche mit militärischer Ebene geführt
  • Ministeriumsentscheidung steht noch aus

Vonovia sucht neue Mieter – und findet sie möglicherweise in Uniform. Konzernchef Luka Mucic hat sich offen dafür gezeigt, Wohnungen für Soldatinnen und Soldaten zu bauen und zu betreiben. Der Hintergrund: Die Bundeswehr wächst, und in Städten wie Berlin wird Wohnraum für Versetzungen knapp.

Serieller Neubau als Angebot

Mucic setzt auf serielles Bauen, um schnell Kapazitäten zu schaffen. Geplant sind Wohnungen in ausgewiesenen Wohngebieten, die Vonovia auch an Bundeswehrangehörige und deren Familien vermieten könnte. Gespräche mit der militärischen Ebene haben nach Angaben des Vorstandschefs bereits stattgefunden – nun liegt der Ball beim Verteidigungsministerium.

Neu ist die Idee nicht. Schon Mucics Vorgänger Rolf Buch hatte Vonovia für Bau und Betrieb von Soldatensiedlungen ins Gespräch gebracht und Unterstützung signalisiert, sollte der Bedarf entstehen.

Der Hintergrund liefert die Dringlichkeit: Ende Juli zählte die Bundeswehr knapp 187.000 Soldatinnen und Soldaten, die neuen Nato-Vorgaben verlangen aber eine aktive Truppenstärke von mindestens 260.000. Diese Lücke muss irgendwo unterkommen – Vonovia positioniert sich als möglicher Partner.

Ein Baustein neben politischem Gegenwind

Für Vonovia wäre ein solches Engagement ein zusätzliches Standbein im Neubaugeschäft, losgelöst von den politischen Debatten um Enteignung und Vergesellschaftung, die den Konzern zuletzt in Berlin beschäftigt haben. Anders als bei umkämpften Bestandswohnungen ginge es hier um neu geschaffenen Wohnraum mit einem staatsnahen Mieter im Hintergrund – ein Modell, das sich politisch leichter vermitteln lässt als der Umgang mit bestehenden Beständen.

Ob aus dem Angebot ein konkretes Projekt wird, hängt jetzt vom Verteidigungsministerium ab. Eine Entscheidung darüber steht noch aus.

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