Vonovia Aktie: Portfolio gewinnt an Wert

Vonovia übertrifft beim operativen Ergebnis die Erwartungen, verzeichnet jedoch Rückgänge bei dividendenrelevanten Kennzahlen. Die Jahresprognose bleibt unverändert.

Die Kernpunkte:
  • Operatives Ergebnis übertrifft Analystenerwartungen
  • Portfoliowert steigt um 1,8 Prozent
  • Bereinigter Vorsteuergewinn sinkt um 2,6 Prozent
  • Unternehmensziele für 2026 bleiben bestehen

Bessere Zahlen als erwartet, und trotzdem gibt die Aktie leicht nach. Bei Vonovia zeigt sich am Mittwoch ein vertrautes Muster: Das operative Geschäft läuft rund, doch unter der Oberfläche drücken Sondereffekte auf die Stimmung. Der Bochumer Wohnungskonzern hat seine Halbjahreszahlen vorgelegt – und die fallen differenzierter aus, als es der erste Blick vermuten lässt.

Operatives Geschäft schlägt den Konsens

Das bereinigte EBITDA kletterte im ersten Halbjahr um 2,4 Prozent auf 1,457 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 1,433 Milliarden Euro gerechnet. Getragen wurde der Anstieg erneut vom Vermietungsgeschäft und den wohnungsnahen Dienstleistungen – jenen Bereichen, die bei Vonovia traditionell für Stabilität sorgen.

Das Immobilienportfolio wurde zum 30. Juni erneut höher bewertet. Inklusive Investitionen ergab sich ein Wertzuwachs von 1,8 Prozent, nach 1,3 Prozent im Vorjahreszeitraum. Ohne Investitionen betrug der Zuwachs 1,1 Prozent. Der unbereinigte, den Aktionären zuzurechnende Konzerngewinn stieg auf 947,3 Millionen Euro, nach 802,4 Millionen Euro im Vorjahr – das Ergebnis je Aktie kletterte auf 1,06 Euro von 0,97 Euro.

Dividendenrelevante Kennzahlen unter Druck

Für die Dividende zählen bei Vonovia andere Größen, und die zeigten sich schwächer. Der bereinigte Vorsteuergewinn sank um 2,6 Prozent auf 962,3 Millionen Euro, je Aktie ging er auf 1,13 Euro zurück nach 1,20 Euro im Vorjahr – die Konsensschätzung lag bei 1,11 Euro. Das bereinigte Periodenergebnis fiel um 5 Prozent auf 771,6 Millionen Euro, vor allem wegen deutlich höherer Anteile Dritter am Ergebnis.

Deutlicher fällt der Rückgang beim Operating Free Cashflow aus: Er sank um 45 Prozent auf 607,5 Millionen Euro, unter anderem wegen geleisteter Dividendenzahlungen. Der Konsens hatte hier mit 647 Millionen Euro etwas höher gelegen. Parallel dazu treibt Vonovia die Refinanzierung voran – bereits 4,4 Milliarden Euro sind unter Dach und Fach.

Jahresziele bleiben unangetastet

Trotz der gemischten Kennzahlen hält der Konzern an seiner Prognose fest. Für das Gesamtjahr peilt Vonovia weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro an, einen Vorsteuergewinn von 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Periodenergebnis von 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro. Auch die mittelfristigen Ziele für 2028 bleiben unverändert.

Eine Anpassung gibt es beim organischen Mietwachstum: Der Konzern rechnet nun mit 20 Basispunkten weniger als bisher geplant, vor allem wegen des Berliner Mietspiegels. CEO Luka Mucic verwies auf die zweite Jahreshälfte, in der sich Neubau und Wohnungsprivatisierung traditionell beleben. Die Vonovia-Aktie notierte im vorbörslichen Handel bei 21,51 Euro, nach einem Schlusskurs von 21,64 Euro am Vortag.

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