Vonovia Aktie: Prognose gekappt, Development auf dem Prüfstand
Höhere Finanzierungskosten drücken auf Vonovias Ziele; bis Ende 2028 soll die Nettoverschuldung unter das Zwölffache des EBITDA sinken.

- Mietwachstum 2026 auf 3,8 Prozent gesenkt
- Investitionsziel 2028 auf 1,7 Milliarden Euro reduziert
- Development-Geschäft wird überprüft
- Entschuldung bleibt oberste Priorität
Vonovia senkt am Mittwochabend die Erwartungen und legt zugleich erstmals eine Prognose für 2027 vor. Der Vorstand begründet den Schritt mit höheren Finanzierungskosten und einem schwächeren Transaktionsumfeld. Das Kerngeschäft bezeichnet das Unternehmen weiterhin als robust.
Was sich an den Zielen ändert
Für 2026 erwartet der Vorstand nun eine organische Mietsteigerung von rund 3,8 Prozent, bislang waren es etwa 4 Prozent. Der Operating Free Cash Flow soll moderat unter dem Vorjahresniveau liegen, statt es zu erreichen. Das Adjusted EBITDA Total dürfte in der unteren Hälfte der Spanne landen, das Adjusted EBT am unteren Ende. Bei den Mieteinnahmen und den Adjusted Shareholder Earnings peilt Vonovia dagegen die obere Hälfte des Korridors an.
Die Ziele für 2028 fallen deutlicher aus. Das organische Mietwachstum soll dann bei rund 4,5 Prozent liegen, zuvor standen rund 5 Prozent im Raum. Das geplante Investitionsvolumen sinkt auf etwa 1,7 Milliarden Euro, vorher waren es rund 2 Milliarden. Für 2027 nennt Vonovia ein Mietwachstum von etwa 4 Prozent. Der Analystenkonsens lag laut Mitteilung bei 4,8 Prozent.
Zinsen belasten Verkauf und Neubau
Als Ursache nennt das Unternehmen den Zinsanstieg seit der Eskalation im Nahen Osten. Die Rendite der achtjährigen unbesicherten Vonovia-Anleihen legte demnach um rund 140 Basispunkte zu. Darunter leiden vor allem die verkaufsnahen Segmente Recurring Sales und Development, weil Käufer höhere Finanzierungskosten tragen müssen. Auch das Finanzergebnis fällt schwächer aus.
In den ersten neun Monaten stieg das Adjusted EBITDA Total auf 2,19 Milliarden Euro. Auf Ebene des Adjusted EBT und der Shareholder Earnings fraßen höhere Zinsaufwendungen den Zuwachs auf.
Maßnahmenplan und Entschuldung
Vonovia reagiert mit einem Sparkurs. Das Development-Geschäft kommt auf den Prüfstand, ein Update soll es mit den Ergebnissen für 2026 geben. Neue Manage-to-Green-Investitionen werden ausgesetzt, Development-to-Hold-Projekte sinken. Außerdem erwartet das Unternehmen für 2026 eine weitgehend stabile Portfoliobewertung, nach vier Halbjahren mit Bewertungsgewinnen.
Die Entschuldung bleibt laut Vorstand oberste Priorität. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA soll bis Ende 2028 unter 12 fallen. Das Ziel eines Loan-to-Value von rund 40 Prozent bleibt bestehen, wird aber anspruchsvoller. Nicht zuletzt dürfte der Kapitalmarkt genau hinsehen, wie viel Verkaufsprogramm bei den aktuellen Zinsen realisierbar ist.
Die vollständige Zwischenmitteilung zum dritten Quartal folgt planmäßig am 4. November.
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