Vonovia Aktie: Regulierung rückt näher

Ein Gesetzesentwurf zur Mietmarktregulierung sieht strengere Regeln für Mieterhöhungen und Indexmieten vor. Für große Vermieter wie Vonovia bedeutet dies potenzielle Ertragsrisiken.

Die Kernpunkte:
  • Entwurf sieht Verschärfung der Mietpreisbremse vor
  • Indexmieten sollen auf 3,5 Prozent pro Jahr gedeckelt werden
  • Mieterbund fordert noch strengere Eingriffe
  • Vonovia veröffentlicht Jahreszahlen am 19. März 2026

Der deutsche Mietmarkt soll strenger reguliert werden – und damit geraten große Vermieter wie Vonovia wieder stärker in den politischen Gegenwind. Ein neuer Reformentwurf aus dem Bundesjustizministerium zielt auf mehr Mieterschutz und weniger Spielräume bei Mieterhöhungen. Doch wie tief könnten die geplanten Eingriffe tatsächlich ins Geschäftsmodell schneiden?

Zu Wochenbeginn zeigt sich die Aktie davon zunächst kaum bewegt: Mit 24,72 Euro liegt sie nahe am Freitagsschluss (24,78 Euro). Auf 12 Monate steht dennoch ein Minus von 18,23% – ein Hinweis darauf, wie empfindlich der Sektor auf Zinsen und Regulierung reagiert.

Was der Entwurf konkret verschärfen will

Der am Wochenende vorgelegte Vorschlag befindet sich in der Ressortabstimmung der schwarz-roten Bundesregierung. Inhaltlich geht es um mehrere Stellschrauben, die Mieter entlasten und Obdachlosigkeit verhindern sollen – zugleich würden sie die Preissetzung vieler Vermieter begrenzen.

Geplant sind unter anderem:

  • Strengere Mietpreisbremse: weniger Ausnahmen, obwohl die Regel bis Ende 2029 verlängert ist
  • Obergrenze für Möblierungszuschläge: künftig soll auch das Alter der Möbel berücksichtigt werden
  • Begrenzung von Kurzzeitmieten: Höchstdauer von sechs Monaten für Kurzzeitmietverträge
  • Deckelung von Indexmieten: jährliche Steigerungen auf maximal 3,5% der Nettokaltmiete begrenzt
  • Erweiterte Schonfristzahlungen: Mieter sollen eine ordentliche Kündigung wegen Rückständen durch Nachzahlung abwenden können

Gerade die Indexmieten-Regelung ist für die Branche heikel: Sie würde automatische Anpassungen an die Inflation stärker begrenzen und damit einen Teil der „Planbarkeit“ von Mietsteigerungen abschneiden.

Verbände reagieren – und verlangen teils mehr

Beim Deutschen Mieterbund kommt der Kurs grundsätzlich gut an, allerdings mit Forderung nach Nachschärfungen. Genannt werden ein vollständiges Verbot von Indexmieten bei Neu- und Wiedervermietungen sowie eine Begrenzung von Mieterhöhungen auf zwei Prozent pro Jahr.

Das zeigt: Selbst wenn der aktuelle Entwurf nicht in allen Punkten durchkommt, bleibt der politische Druck auf weitere Eingriffe hoch – ein Faktor, der nicht nur Vonovia, sondern auch andere Wohnimmobilienwerte betrifft.

Nächster Blickpunkt: Zahlen am 19. März

Für Vonovia rückt damit neben der Politik auch der Terminkalender in den Vordergrund. Am 19. März 2026 legt der Konzern die Geschäftszahlen für 2025 vor. Außerdem steht im Frühjahr die Hauptversammlung an; für das Geschäftsjahr 2024 ist bereits eine Dividende von 1,22 Euro je Aktie beschlossen.

Bis zu den Jahreszahlen dürfte der Markt vor allem zwei Dinge abwägen: wie stark die mögliche Regulierung die Ertragsdynamik begrenzt – und ob Vonovia operativ genug Puffer hat, um mit weiteren Vorgaben im Mietmarkt umzugehen.

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