Vonovia Aktie: Soldaten-Hoffnung reicht nicht!

Der Konzern bietet staatliche Wohnbauprojekte an, während zwei Analysehäuser ihre Einschätzungen zur Vonovia-Aktie zurücknahmen.

Die Kernpunkte:
  • Vonovia bietet Bau und Betrieb von Soldatenwohnungen an
  • Berliner Linke kündigt Mietendeckel-Pläne an
  • Exane BNP Paribas senkt Kursziel auf 16 Euro
  • Aktie liegt 30 Prozent unter Jahresanfang

Der Bochumer Immobilienkonzern Vonovia sucht nach neuen Betätigungsfeldern abseits des klassischen Mietwohnungsmarkts. Gestern erklärte sich das Unternehmen bereit, im Zuge der geplanten Vergrößerung der Bundeswehr Wohnungen für Soldaten zu errichten und zu betreiben. Damit reagiert der Konzern auf den wachsenden Bedarf an Unterkünften für die Streitkräfte, während das angestammte Wohnungsgeschäft unter politischem und finanziellem Druck steht.

Angebot für staatliche Wohnbauprojekte

Der Vorstoß zielt auf eine Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand. Vonovia stellt in Aussicht, Unterkünfte für Militärangehörige sowohl neu zu bauen als auch langfristig als Betreiber zu bewirtschaften. Für das Unternehmen könnte dieser Schritt zusätzliche Aufträge erschließen, da institutionelle Partner verlässliche Rahmenbedingungen bieten.

Gleichzeitig sieht sich der Vermieter an anderer Stelle mit politischen Risiken konfrontiert. Nach der Berlin-Wahl kündigte die Wahlsiegerin Elif Eralp von der Linken an, eine Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände voranzutreiben und einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen einzuführen.

In der Bundeshauptstadt verfügt Vonovia über einen Bestand von rund 130.000 Wohnungen, weshalb die dortigen Debatten erhebliche Relevanz für das Portfolio besitzen.

Die politischen Vorstöße und das veränderte Marktumfeld schlagen sich auch in den Einschätzungen institutioneller Beobachter nieder. Am Kapitalmarkt wachsen die Vorbehalte hinsichtlich der weiteren Ertragskraft und der Bewertungsrisiken im deutschen Immobiliensektor. Dies führt dazu, dass Analysehäuser ihre Erwartungen für den Konzern anpassen.

Zurückhaltende Stimmen aus dem Analystenlager

Am Dienstag reagierte Exane BNP Paribas auf die Gesamtlage und senkte das Kursziel für die Aktie auf 16 Euro, verbunden mit der Einstufung „Underperform“. Bereits am 7. September hatte Jonathan Kownator von Goldman Sachs seine Haltung geändert: Der Analyst stufte Vonovia von „Buy“ auf „Neutral“ herab, strich den Titel von der Conviction List und reduzierte das Kursziel von 29,50 auf 21,20 Euro.

Die Herabstufungen spiegeln die Skepsis im Markt wider, ob neue Initiativen die Belastungen aus Regulierung und veränderten Rahmenbedingungen zeitnah ausgleichen können. Solange konkrete Verträge für Großprojekte wie die Soldatenunterkünfte ausstehen, bleibt die Zurückhaltung der Investoren spürbar.

An der Börse fand das Papier zuletzt keinen festen Halt mehr. Am gestrigen Donnerstag schloss die Vonovia-Aktie bei 17,27 Euro. Seit dem Jahresanfang summiert sich das Minus damit auf 30 Prozent, womit der Titel nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 17,05 Euro notiert.

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