Vonovia wieder auf Einkaufstour

Der Immobilienkonzern Vonovia schlägt wieder zu. Nachdem es um den Verwalter von Wohnimmobilien in den letzten Monaten etwas ruhiger geworden war, nachdem die geplante Übernahme der Deutsche Wohnen geplatzt war, greift Vonovia nun wieder an. Das aktuelle Ziel liegt dabei in Österreich.

© Vonovia SE
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Denn der deutsche Anbieter will Conwert Immobilien Invest übernehmen. Wobei die Übernahme aus unternehmerischer Sicht Sinn ergibt. Denn Vonovia erhielte durch die Übernahme den Zugriff auf rund 24.500 Wohnimmobilien des österreichischen Anbieters, die dieser im deutschen Wohnungsmarkt unterhält. Darunter in sehr dynamischen Wohnmärkten wie Leipzig, Berlin, Potsdam und Dresden. Außerdem kann Vonovia dadurch im deutschsprachigen Raum weiter expandieren, wobei hier besonders Wien im Mittelpunkt steht.

Vonovia muss Conwert-Aktionären die Wahl lassen

Vonovia bietet für Conwert zwischen 1,53 Milliarden EUR und 1,66 Milliarden EUR. Das hängt davon ab, welches Angebot die Aktionäre von Conwert letztlich annehmen. Denn Vonovia bietet zum einen den Umtausch von je 149 Conwert-Aktien in 74 Vonovia-Aktien an. Dies entspräche einem Kauf-Kurs von 17,58 EUR je Conwert-Aktie, basierend auf dem Schlusskurs von Vonovia am vergangenen Freitag. Die daraus resultierende Prämie beträgt knapp 24 % bezogen auf den Durchschnittskurs der letzten sechs Monate.

Conwert-Aktionäre, die keine Lust auf Vonovia-Aktien haben, wird eine Barzahlung angeboten. Das ist in Österreich Pflicht. Diese beträgt 16,16 EUR je Conwert-Aktie. Für das Zustandekommen des Übernahmeangebotes, das vom Management der Österreicher befürwortet wird, gibt es eine Mindestannahmeschwelle von 50 % plus einer Aktie.

Übernahmeerfolg sehr wahrscheinlich

Dabei dürfte die Wahrscheinlichkeit sehr hoch sein, dass die Übernahme diesmal glückt. Denn bereits jetzt hat die deutsche Adler Real Estate AG erklärt, das Umtauschangebot anzunehmen. Sie hält direkt und über Call-Optionen rund 27 % von Conwert und hat in einer entsprechenden Pressemitteilung schon ihre Bereitschaft zur Annahme erklärt.

In der heutigen Früh-Tendenz reagierte die Börse auf die neuen Nachrichten positiv. Allerdings ist von Euphorie keine Rede. So kann sich die Vonovia-Aktie nur leicht verbessern. Und auch bei Conwert halten sich die Kursgewinne in Grenzen. Was auch nachvollziehbar ist, da die Aktie in den letzten 14 Tagen schon deutlich angezogen ist. Da dürften wohl einige schon etwas früher Bescheid gewusst haben.

Vonovia: Bewertung muss erst bestätigt werden

Fazit: Vonovia macht seinem Ruf als treibende Kraft für die Konsolidierung im Wohnungsmarkt wieder einmal alle Ehre. Allerdings gilt weiterhin, dass Vonovia mit dann rund 364.500 Wohnungen in Deutschland zwar größter Einzelanbieter ist, aber im stark fragmentierten Markt weiterhin nur einen geringen Marktanteil hält.

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Insofern hängt die weitere Bewertung der Aktie auch davon ab, ob die versprochenen Synergie-Effekte, die in den nächsten zwei Jahren rund 7 Millionen EUR pro Jahr betragen sollen, auch realisiert werden können. Aktuell drängt sich hier kein Kauf auf.

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