Vorstands-Interview Bastei Lübbe: „Mehrere große spannende Projekte in 2016“

Interview mit Thomas Schierack, CEO Bastei Lübbe AG

 

Thomas Schierack © OlivierFavreBörse Global: Herr Schierack, das Weihnachtsgeschäft ist für Bastei Lübbe immer von besonderer Bedeutung. Wie zufrieden waren Sie 2015 mit dem Jahresendgeschäft? Haben sich Ihre Erwartungen an die neuen Bestseller etwa von Sebastian Fitzek, Rebecca Gablé und Jeff Kinney erfüllt?

Thomas Schierack: Das Jahresendgeschäft ist für unser Unternehmen traditionell besonders wichtig, weil es die verkaufsstärkste Zeit des Geschäftsjahres ist. Wir haben im vergangenen Jahr eine ganze Reihe wichtiger Neuerscheinungen erst im Oktober, also mit Beginn des Weihnachtsgeschäfts, ausgeliefert – darunter beispielsweise das „Das Joshua-Profil“ von Sebastian Fitzek oder auch den neuen Band der Reihe „Gregs Tagebuch“ von Jeff Kinney. Ich kann die genauen Zahlen natürlich noch nicht nennen, aber so viel kann ich sagen: Unsere Neuerscheinungen sind gut angekommen.

 

Im Dezember haben Sie einen neuen langfristigen Vertrag mit dem britischen Bestsellerautor Ken Follett über zwei neue Werke unterzeichnet und sich so die Zusammenarbeit bis ins Jahr 2023 gesichert. Welche Bedeutung hat dieser Deal für Bastei Lübbe und welches finanzielle Risiko birgt er?

Thomas Schierack: Wir sind stolz und glücklich, dass wir die Arbeit mit Ken Follett, mit dem uns eine langjährige freundschaftliche Beziehung verbindet, langfristig weiterführen können. Er ist mehr als ein Autor von Weltformat. Seit Jahrzehnten ist er für Bastei Lübbe auch einer der erfolgreichsten und angesehensten Autoren. Wir arbeiten mit ihm nun schon seit 1979 zusammen. Seither sind alle deutschsprachigen Ausgaben seiner Werke und damit von Klassikern wie „Die Nadel“, „Die Säulen der Erde“ oder die jüngst abgeschlossene Jahrhundert-Trilogie in unserem Haus erschienen. Ebenfalls enorm wichtig ist für unser Haus aber, dass wir gemeinsam mit Ken Follett nun die Zusammenarbeit auf neue Medienkanäle ausdehnen.

 

Sie sprechen das angekündigte Computer-Game zu „Säulen der Erde“ an, dass von der zur Bastei Lübbe AG gehörenden Daedalic Entertainment entwickelt wird?

Thomas Schierack: Ja, unsere Beteiligung Daedalic Entertainment entwickelt ein Computer-Spiel zu dem bisher erfolgreichsten Follett-Titel „Die Säulen der Erde“. Auf der Frankfurter Buchmesse im Herbst 2015 gewährten Ken Follett und Daedalic-Geschäftsführer Carsten Fichtelmann erste spannende Einblicke in die Entwicklung des Spieles. Es wird für alle Konsolen sowie PC und Mobilgeräte voraussichtlich im Herbst 2017 erscheinen – zur gleichen Zeit wie auch Folletts mit Hochspannung erwarteter neuer historischer Roman über Spione und Geheimagenten im 16. Jahrhundert. Finanzielle Risiken über das normale Maß der klassischen Autorenhonorare hinaus gibt es dabei nicht. Dafür jedoch ein großes Potenzial an neuen und bislang unerschlossenen Absatzmöglichkeiten. Durch Games, Bestseller und die potenziellen immensen Cross-Selling-Effekte.

 

Kommen wir auf Ihre Digitalstrategie zu sprechen: Wie weit sind Sie beim Ausbau Ihres Digitalgeschäfts inzwischen vorangeschritten?

Thomas Schierack: Unser Digitalbereich gehört inzwischen zum festen Fundament der Bastei Lübbe AG. Auch im Zahlenwerk: Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres stieg der Umsatz im Segment „Digital“ leicht an auf 13,5 Mio. Euro nach 13,0 Mio. Euro in der Vorjahres-Vergleichsperiode. Der Anteil der digitalen Umsätze lag damit in den ersten sechs Monaten bei 28% im Vergleich zu 26% im Vorjahr. Diesen Wert werden wir mittelfristig auf rund 50% ausbauen.

 

Planen Sie weitere Zukäufe im Digitalsegment?

Thomas Schierack: Es ist für uns keine Frage, dass der Schwerpunkt unseres Wachstums langfristig im Digitalbereich liegen wird. Daher halten wir immer die Augen offen. Der Fokus ist aktuell aber ein anderer: Wir haben in den vergangenen Jahren den Bereich auf- und durch organisches Wachstum und mehrere Zukäufe ausgebaut. 2016 wird das Jahr, in dem wir in unserem Digitalbereich gleich mehrere große spannende Projekte ausrollen werden.

 

Welche weiteren Projekte die Kunden erwarten können und wie sich Bastei Lübbe weiter für die Zukunft rüstet, erfahren Sie im zweiten Teil dieses Interviews.

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