Vorstands-Interview UMT: Neue Apps sorgen für Wachstum

UMT AG: „Wir bringen unsere Technologie-PS auf die Straße“

Interview mit CBDO Alexander von Franckenstein

Mit einem Gewinnsprung von 121 TEUR auf 951 TEUR hat die UMT United Mobility Technology AG im Geschäftsjahr 2015 die Erwartungen des Managements übertroffen. Für das laufende Geschäftsjahr ist der Münchner Mobile-Payment-Spezialist ebenfalls zuversichtlich und rechnet mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebniswachstum im zweistelligen Prozentbereich.

Alexander von Franckenstein © UMT
Alexander von Franckenstein © UMT

Im Juni geht die neue PAYBACK App an den Start, die erstmals mobiles Couponaktivieren mit mobilem Punktesammeln und Bezahlen vereint und deren Mobile Payment-Technologie aus dem Hause UMT stammt.

Börse Global hat sich mit UMT-CBDO (Verantwortlich für die strategische Geschäftsentwicklung) Alexander von Franckenstein über die Bedeutung der PAYBACK-Kooperation für UMT, „sehr vielversprechende potenzielle Neuprojekte“ und die angekündigte Kapitalerhöhung unterhalten.

Börse Global: Herr von Franckenstein, PAYBACK hat den Start seiner neuen App, die erstmals mobiles Couponaktivieren mit mobilem Punktesammeln und Bezahlen vereint, für Juni angekündigt. Die Mobile Payment-Technologie stammt dabei von UMT. Welche Bedeutung hat dieser Marktstart für die UMT?

Alexander von Franckenstein: Mit der neuen App ermöglicht PAYBACK gemeinsam mit Partnern wie dm-drogerie markt, real,-, Aral, GALERIA Kaufhof und REWE seinen über 28 Millionen Kunden ein komplett neues mobiles Shopping-Angebot. Die bisherige PAYBACK App, mit der man vor allem Coupons aktivieren konnte, zählt bereits mehr als 8,5 Millionen Downloads. Wir sind sehr stolz, dass unsere Technologie zum Einsatz kommt, wenn PAYBACK-Kunden künftig mit der PAYBACK App auch mobil bezahlen. Wir bringen sozusagen unsere „Technologie-PS“ auf die Straße.

UMT sieht PAYBACK als wichtige Referenz

Viele Smartphone-Besitzer scheuen das mobile Bezahlen bisher, in erster Linie aus Angst vor Sicherheitsrisiken. Sind diese Bedenken gerechtfertigt?

Alexander von Franckenstein: Das Thema Sicherheit hat einen enorm hohen Stellenwert und stand bei der Entwicklung der Plattform von Anfang an ganz oben auf der Agenda. Die Unsicherheit vieler Smartphone-Besitzer basiert meist aus der Vermutung, dass ihre Bankdaten auf ihrem Handy gespeichert werden, was jedoch nicht der Fall ist. Hinzu kommt: Weder wir noch PAYBACK speichern die Bankdaten der Nutzer. Die Daten werden ausschließlich von einem zertifizierten Zahlungsdienstleister verarbeitet.

Inwiefern ist die weitere Entwicklung der UMT vom Erfolg der neuen PAYBACK App abhängig?

Alexander von Franckenstein: Ohne Zweifel ist PAYBACK für uns eine wichtige Referenz und wir profitieren in mehrfacher Hinsicht von einem Erfolg der neuen App. Allerdings sind wir inzwischen so breit aufgestellt, dass wir keine übermäßige Abhängigkeit von einzelnen Kunden befürchten. Zudem verfolgen wir konsequent unser Ziel, den Durchdringungsgrad unserer Plattform im Rahmen des Lizenzierungsmodells sukzessive weiter auszubauen. Kunden wie PAYBACK und der entsprechende Erfolg des neuen Features innerhalb deren App sind auch deshalb wichtig für uns, da wir im Rahmen des White Labeling nicht nur Umsätze aus der Implementierung, sondern auch damit einhergehende wiederkehrende Umsätze aus Lizenz- und Transaktionsgebühren generieren.

Sie haben es angesprochen, Sie streben weitere Kooperationen für Ihre White Label Lösung, die Mobile Payment und Loyalty-Programme verknüpft, an. Wie weit sind Ihre Gespräche diesbezüglich schon fortgeschritten?

Alexander von Franckenstein: Unsere Sales-Pipeline ist mit sehr vielversprechenden potenziellen Projekten befüllt, welche wir zeitnah zum Abschluss führen wollen. So führen wir derzeit sehr weit fortgeschrittene Gespräche und Verhandlungen mit großen internationalen Multiplikatoren, Handelsketten und Zahlungsdienstleistern. Gleichzeitig nehmen wir an mehreren Ausschreibungen teil, bei denen unsere Technologie als White Label Lösung implementiert werden soll.

Deutliche Dynamisierung der Ertragssituation

Blicken wir kurz zurück auf das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Ergebnissituation hat sich 2015 mit einem Gewinnsprung von 121 TEUR auf 951 TEUR deutlich dynamischer entwickelt als erwartet. Wie zufrieden waren Sie generell mit dem Geschäftsjahr 2015?

Alexander von Franckenstein: Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres. Es ist uns durch die intensive technische Weiterentwicklung auf Produktebene und aufgrund der erfolgreichen operativen Umsetzung laufender Projekte gelungen, ein deutlich profitables Wachstum vorzulegen. Mit einer Umsatzverdreifachung auf 3,04 Mio. EUR und einem Gewinnsprung auf 951 TEUR haben wir unsere operativen Ziele mehr als erreicht. Wir haben im Geschäftsjahr 2015 aber auch sehr lukrative Projekte akquiriert und unser internationales Beteiligungsportfolio weiter ausgebaut, um die Position der UMT-Gruppe nachhaltig zu stärken. Trotz der notwendigen Investitionen ist es uns dabei gelungen, unsere ohnehin schon solide Eigenkapitalquote auf 86,9 % weiter zu steigern.

Für das laufende Geschäftsjahr sind Sie ebenfalls zuversichtlich und rechnen mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebniswachstum im zweistelligen Prozentbereich. Welche Annahmen liegen dieser Prognose zugrunde?

Alexander von Franckenstein: Die bisherige Geschäftsentwicklung ist ein positiver Indikator und gibt den Trend für das laufende Geschäftsjahr 2016 vor. Wie bereits erwähnt, rechnen wir mit weiteren großen Aufträgen, bei denen wir unsere Plattform als White Label Lösung anbieten bzw. implementieren werden. Leider dürfen wir derzeit noch keine weiteren Details bekanntgeben. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir schon sehr zeitnah mit entsprechend positiven News hierzu aufwarten können.

Zudem haben Sie angekündigt, das Beteiligungsgeschäft weiter ausbauen zu wollen. Was planen Sie konkret?

Alexander von Franckenstein: Im Rahmen des Beteiligungsgeschäfts wollen wir weiterhin entlang der Wertschöpfungskette gezielt in Unternehmen investieren oder diese direkt erwerben. Interessant sind vor allem Unternehmen für uns, die einen Mehrwert für die eigene Mobile Payment und Loyalty Plattform bieten. Hierbei wollen wir gezielt Synergieeffekte nutzen und damit unsere Positionierung im Markt weiter ausbauen.

Börse Global: Herr von Franckenstein, vielen Dank für dieses Interview.

UMT-30-05-16

%d Bloggern gefällt das: