Vorteil Commerzbank: Neue IT-Struktur soll Millionen einsparen

Die zweitgrößte deutsche Privatbank hat Vollzug gemeldet. Nach 6 Jahren Entwicklungszeit und rund 300 Mio. Euro Investitionen steht nun die neue konzerneigene IT-Plattform, mit der die Commerzbank sich nicht nur informationstechnisch fit machen will für die kommenden Jahre, sondern auch kräftig Kosten sparen will.

© Commerzbank AG
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„Group Finance Architecture“ – Was auf den ersten Blick nur etwas für Informationstechniker und Management-Fachleute zu sein scheint, ist für die Commerzbank einer der Schlüssel, um in den kommenden Jahren im Wettbewerb der Banken bestehen zu können. Denn dahinter verbirgt sich die konzerneigene Lösung, um die notwendige Fülle von Daten aus den Bereichen Finanzen, Risiko-Controlling, Bilanzierung und Regulierung auf eine Basis zu bringen.

Commerzbank vollführt strategische Trendwende

Gleichzeitig ist es eine Art strategische Trendwende, nachdem in den vergangenen Jahren das Outsourcing von IT-Diensten in der Commerzbank die Regel war, was zwar Personal sparte, aber dennoch die Kosten hochhielt. Nun also hat man eine eigene neue Plattform geschaffen, die nach Aussagen des Finanzvorstandes pro Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag einsparen könnte, der dann für andere Verwendungen zur Verfügung stehen würde.

Und man sollte auch den Vorteil im Wettbewerb nicht zu gering erachten. Denn durch die neue Plattform ist es der Commerzbank im Tagesgeschäft möglich, beispielsweise Einflüsse von neuen Geschäften direkt in der Bilanz nachzuvollziehen, was den Umgang mit neuen Bilanzierungs- und Regulierungsvorschriften deutlich vereinfachen könnte. Ein Aspekt, an dem z. B. die Konkurrenz von der Deutschen Bank augenscheinlich noch arbeitet.

Wettbewerb bleibt gerade auch wegen EZB schwierig

Natürlich hilft eine neue IT-Struktur nicht urplötzlich, das Geschäft anzukurbeln. Dazu ist das Bankgeschäft zu vielschichtig und auch von vielen externen Faktoren abhängig. Was man auch aktuell sehen kann. Denn während die neuesten Maßnahmen der EZB besonders den Banken in der Euro-Peripherie zugute kommen dürften, schätzen Marktexperten den Einfluss auf Institute wie die in Deutschland als eher bremsend ein, da hierzulande schon zuvor eine hohe Überschuss-Liquidität vorhanden war, die nun mit immer höheren Strafzinsen belastet wird.

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Dennoch: Im Trend sollten die neuen konzerneigenen Verbesserungen helfen, insgesamt die Commerzbank weiter voranzubringen, weshalb der begonnene Erholungstrend trotz tagesaktuell möglicher Rückschläge vorerst anhalten sollte. Wir sehen hier auf jeden Fall ein Kursziel von 10 Euro.

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