Vulcan Energy Aktie: 1,2 Milliarden Euro Kredittranche vor Abruf
Vulcan treibt das Lithiumprojekt Lionheart voran, wartet aber noch auf den entscheidenden Finanzierungsabschluss für das Milliardenpaket.

- Bohrprogramm erreicht geplante Tiefe
- Finanzierungsabschluss im laufenden Quartal erwartet
- 72 Prozent der Produktion bereits verkauft
- Aktienkurs bleibt trotz Fortschritten schwach
Vulcan Energy macht beim Lithiumprojekt Lionheart operativ Fortschritte. Unter Tage läuft das Bohrprogramm, auf der Baustelle steigen die Ausgaben. Am Markt zählt aber vor allem ein Punkt: der formale Finanzierungsabschluss. Erst dann wird aus dem großen Finanzierungspaket auch tatsächlich abrufbares Kapital.
Bohrprogramm kommt voran
Die sechste Produktionsbohrung hat ihre Endtiefe von 3.000 Metern erreicht. Abschlussarbeiten und Tests sind im laufenden Quartal vorgesehen. Danach sollen am selben Standort die nächsten beiden Bohrungen folgen.
Der operative Befund passt bislang zum Entwicklungsplan. Die vorherige Bohrung lieferte Durchflussraten von 105 bis 125 Litern pro Sekunde. Für die zweite Jahreshälfte plant Vulcan die Mobilisierung einer weiteren Bohranlage.
Parallel dazu läuft die Qualifizierung der künftigen Lithiumprodukte bei Kunden. Dabei geht es um Probenanalysen, Produkteigenschaften und die technische Vorbereitung der späteren Abnahme.
Finanzierung bleibt der Hebel
Der zentrale Meilenstein ist der Financial Close für Lionheart. Vulcan arbeitet an den letzten Voraussetzungen, der Abschluss wird im laufenden Quartal erwartet. Mit diesem Schritt würde vor allem die vorrangige Kredittranche von rund 1,2 Milliarden Euro verfügbar.
Das gesamte Finanzierungspaket umfasst 2,2 Milliarden Euro. Beteiligt sind Exportkreditagenturen, Geschäftsbanken und die Europäische Investitionsbank. Hinzu kommen staatliche Zuschüsse von 204 Millionen Euro.
Die Ausgaben zeigen bereits, dass die Bauphase Fahrt aufnimmt. Im ersten Quartal flossen 76,0 Millionen Euro vor allem in das Lionheart-Projekt, darunter in die ORC-Kraftwerksanlage, Grundstücke und Zahlungen an große Auftragnehmer. Ende März verfügte Vulcan über 364,3 Millionen Euro an liquiden Mitteln.
Abnahme ist weitgehend abgesichert
Rund 72 Prozent der geplanten Produktion der ersten Dekade sind durch verbindliche Verträge gebunden. Der größte genannte Einzelvertrag stammt von Stellantis mit 128.000 Tonnen Lithiumhydroxid. Weitere Abnehmer sind Glencore, LG Energy Solution und Umicore.
Ein zusätzlicher Liquiditätseffekt kommt aus Rheinland-Pfalz. Das Land gewährte Vulcan eine Befreiung von Förderabgaben für die Lithiumproduktion bis Ende 2030. In der Aufbauphase senkt das den Mittelabfluss.
Aktie bleibt unter Druck
Trotz der Projektfortschritte bleibt die Aktie angeschlagen. Am Dienstag notiert sie bei 2,37 Euro, seit Jahresbeginn liegt sie rund 9 Prozent im Minus. Vom Hoch im Oktober trennt den Kurs weiterhin gut 40 Prozent.
Technisch ist das Bild gemischt. Der Kurs liegt über dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,17 Euro, aber noch unter der 200-Tage-Linie bei 2,60 Euro. Der RSI von 53,2 signalisiert derzeit keine Überhitzung.
Canaccord Genuity bekräftigte Ende April eine Kaufempfehlung. Das Konsenskursziel von 4,45 Euro deutet auf rechnerisches Aufwärtspotenzial von etwa 91 Prozent hin. Diese Spanne zeigt, wie stark die Bewertung am erfolgreichen Finanzierungsabschluss hängt.
Auf der Hauptversammlung am 28. Mai dürften Projektfortschritt und Governance im Mittelpunkt stehen. Dazu gehört die mögliche Wahl von Roberto Gallardo in den Verwaltungsrat, der bei Hochtief einen Einstieg über 169 Millionen Euro für einen Anteil von 15,4 Prozent vorangetrieben hatte.
Vulcan peilt weiterhin eine Jahresproduktion von 24.000 Tonnen batteriefähigem Lithiumhydroxid an, ausreichend für rund 500.000 Elektrofahrzeuge. Der kommerzielle Start wird für die zweite Jahreshälfte 2028 erwartet. Bis zum Financial Close bleibt die Aktie eine Projektwette mit klar definiertem nächstem Prüfstein.
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