Vulcan Energy Aktie: 150 Millionen Euro vom KfW-Fonds
Vulcan Energy treibt Lionheart voran: Bohrungen laufen, Finanzierung gesichert. Analysten bleiben optimistisch, senken aber das Kursziel.

- Neue Direktorin mit Rohstoff-Expertise
- Erste Finanzierungstranche für Lionheart erhalten
- KfW beteiligt sich mit 150 Millionen Euro
- Analysten bestätigen Kaufempfehlung, senken Ziel
Vulcan Energy treibt sein Lithium-Projekt Lionheart in der Pfalz mit sichtbaren Fortschritten voran – personell, finanziell und operativ. Die Aktie honoriert das nur zögerlich: Der Kurs notiert am heutigen Donnerstag bei 1,71 Euro und liegt damit weiterhin fast 59 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4,15 Euro aus dem Oktober. Immerhin hat sich das Papier in den vergangenen sieben Handelstagen um 7,56 Prozent verteuert.
Lacaze bringt Bergbau-Erfahrung an Bord
Vulcan Energy hat Amanda Lacaze, frühere CEO von Lynas Rare Earths, zur unabhängigen nicht-geschäftsführenden Direktorin berufen. Ihr Mandat beginnt am 17. August und soll den Bau der ersten Phase des Lionheart-Projekts begleiten. Die Personalie fügt sich in eine Phase, in der das Unternehmen von der Planungs- in die Umsetzungsphase wechselt und dafür Erfahrung aus dem Rohstoffsektor sucht.
Finanzierung fließt, Bohrprogramm kommt voran
Im Quartalsbericht für die drei Monate bis zum 30. Juni bestätigte Vulcan Energy die erfolgreiche Fertigstellung der sechsten Produktions- beziehungsweise Re-Injektionsbohrung sowie den Beginn der siebten Bohrung. Das Bohrprogramm ist damit ein zentraler operativer Baustein auf dem Weg zur geplanten Lithiumförderung.
Parallel dazu ist Geld geflossen: Nach dem im Mai erreichten Financial Close erhielt das Unternehmen Mitte Juli die erste strategische Eigenkapital-Tranche aus dem 2,2-Milliarden-Euro-Finanzierungspaket für das Lionheart-Projekt. Ergänzend hat der KfW-Rohstofffonds der deutschen Bundesregierung eine Beteiligung von 150 Millionen Euro an der deutschen Tochtergesellschaft von Vulcan Energy abgeschlossen und sich damit einen Anteil von 14 Prozent gesichert. Die Kombination aus staatlicher Beteiligung und privater Finanzierung liefert dem Projekt eine breitere Kapitalbasis, während der Bau der ersten Ausbaustufe anläuft.
Auf der Investorenseite gab es zugleich eine Bewegung in die andere Richtung: Die US-Vermögensverwaltung State Street Corporation reduzierte ihre Stimmrechte an Vulcan Energy zum 27. Juli auf 2,95 Prozent beziehungsweise 14.142.575 Aktien, nachdem sie kurzzeitig am 23. Juli die Meldeschwelle von 3,09 Prozent überschritten hatte. Solche Schwankungen bei großen institutionellen Positionen sind bei einem Unternehmen dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich, geben aber ein Bild davon, wie volatil das Anlegerinteresse derzeit ist.
Analysten bleiben optimistisch, senken aber das Ziel
Canaccord Genuity bekräftigte am Dienstag seine Kaufempfehlung für Vulcan Energy, senkte das Kursziel jedoch von 323 auf 308 GBX. Die Anpassung nach unten trotz beibehaltener Kaufempfehlung deutet darauf hin, dass die Analysten den grundsätzlichen Projektfortschritt weiter positiv bewerten, die kurzfristigen Kursaussichten aber vorsichtiger einschätzen als zuvor.
An der Börse spiegelt sich diese gemischte Stimmung wider: Der Kurs bewegt sich zwar seit einer Woche wieder nach oben, liegt aber auf Monatssicht mit einem Minus von 6,77 Prozent weiterhin im Abwärtstrend und seit Jahresbeginn sogar 33,07 Prozent tiefer. Die Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 793,69 Millionen Euro zeigt, wie stark die Bewertung im laufenden Jahr geschrumpft ist, obwohl auf operativer Ebene wichtige Meilensteine erreicht wurden.
Blick auf die Jahreszahlen
Vulcan Energy hat für den 25. August die Veröffentlichung seiner Jahresergebnisse für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr angekündigt. Anleger dürften dort genauer verfolgen, wie sich die frisch geflossenen Finanzierungsmittel auf die Kapitalausstattung auswirken und welchen Zeitplan das Unternehmen für die weiteren Bohr- und Bauarbeiten am Lionheart-Projekt nennt. Mit dem Amtsantritt von Amanda Lacaze acht Tage später rückt zudem die operative Umsetzung der ersten Ausbaustufe stärker in den Fokus als die reine Finanzierungsfrage, die das Unternehmen in den vergangenen Monaten dominiert hatte.
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