Vulcan Energy Aktie: 2,2 Milliarden für Lionheart freigegeben
Vulcan Energy sichert 2,2 Milliarden Euro für Lithiumprojekt in Deutschland. Aktie steigt an der ASX um acht Prozent.

- Finanzierungspaket von 2,2 Milliarden Euro
- Aktie legt an der ASX zu
- Produktionsstart für 2028 geplant
- Hochtief und VanEck als Großinvestoren
Zwei Meilensteine an einem Tag: Vulcan Energy Resources hat auf seiner Hauptversammlung in Perth den finanziellen Abschluss für das Lionheart-Projekt in Deutschland bekanntgegeben — und die Aktie reagierte prompt.
An der ASX sprang der Kurs um acht Prozent auf 3,84 australische Dollar, während der breite Markt gleichzeitig nachgab. An der Frankfurter Börse notiert die Aktie aktuell bei 2,20 Euro und liegt damit rund 15 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt — das Kursplus vom Donnerstag ist in den europäischen Handelsdaten noch nicht vollständig eingepreist.
2,2 Milliarden Euro für den Bau
Der Financial Close umfasst ein Eigenkapital- und Fremdfinanzierungspaket von 2,2 Milliarden Euro, das den Bau der integrierten Lithiumgewinnungs- und Energieanlage im Oberrheintal finanzieren soll. Finanzchefin Felicity Gooding sprach von einem bedeutenden Meilenstein, der die anhaltende Unterstützung europäischer und deutscher Behörden, Geschäftsbanken sowie strategischer Industriepartner widerspiegle.
Das Herzstück des Projekts ist eine zentrale Lithiumchemieanlage im Infraserv Industriepark Höchst in Frankfurt, deren Grundsteinlegung der hessische Ministerpräsident Boris Rhein und Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef begleiteten. Geplante Jahreskapazität: 24.000 Tonnen batteriegradesLithiumhydroxid — genug für rund 500.000 Elektrofahrzeuge. Die Projektlaufzeit ist auf 30 Jahre angelegt, der Produktionsstart für 2028 vorgesehen.
Hochtief im Aufsichtsrat, VanEck stockt auf
Auf der Hauptversammlung wurde Roberto Gallardo in den Aufsichtsrat gewählt. Er vertritt Hochtief, das im vergangenen Dezember 169 Millionen Euro in Vulcan investierte und seither 15,4 Prozent der Anteile hält. Gallardo ist Chief Strategy Officer des Baukonzerns und bringt mehr als drei Jahrzehnte internationale Erfahrung mit.
Institutionelles Interesse wächst parallel dazu: VanEck Associates erhöhte seinen Anteil auf 6,06 Prozent — rund 28,96 Millionen Aktien, zuletzt gekauft bis zum 18. Mai 2026. Im Januar hatte der Vermögensverwalter noch 5,04 Prozent gehalten. Seit der Aufnahme in den S&P/ASX 200 Ende März ist Vulcan auch für passive Portfolios relevant.
Abnahme gesichert, Royalties ausgesetzt
Rund 72 Prozent der geplanten Produktion sind bereits über Festpreis- oder Mindestpreisverträge mit Stellantis, LG Energy Solution, Umicore und Glencore abgesichert. Rhineland-Pfalz hat Vulcan bis Ende 2030 von Lithium-Förderabgaben befreit — eine spürbare Entlastung in der kapitalintensiven Bauphase.
Im März 2025 wurde Lionheart Phase One unter dem EU Critical Raw Materials Act als eines von 47 kritischen Rohstoffprojekten in 13 EU-Mitgliedstaaten eingestuft. Siemens ist als Technologiepartner, Investor und bevorzugter Lieferant für künftige Anlagen an Bord. Mit dem Financial Close beginnt nun die schrittweise Mittelabrufphase gemäß dem Bauplan und dem Kapitalausgabenprofil des Projekts.
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