Vulcan Energy Aktie: 2,2 Milliarden gesichert, Kurs fällt

Vulcan Energy sichert 2,2 Milliarden Euro für das Lionheart-Projekt, der Aktienkurs fällt dennoch weiter. Operative Fortschritte stehen im Fokus.

Die Kernpunkte:
  • Milliarden-Finanzierung für Phase Eins
  • Aktie verliert trotz Meilenstein
  • Bau der Lithiumanlage gestartet
  • Technische Unterstützung bei 1,77 Euro

Volle Finanzierung gesichert, Kurs trotzdem auf Talfahrt. Bei Vulcan Energy klafft gerade eine auffällige Lücke zwischen Projektfortschritt und Marktreaktion.

Milliarden-Paket löst keine Kursrally aus

Ende Mai 2026 erreichte Vulcan Energy den sogenannten Financial Close für sein Lionheart-Projekt. Das Finanzierungspaket umfasst rund 1,2 Milliarden Euro an vorrangigen Krediten sowie 529 Millionen Euro Eigenkapital — insgesamt 2,2 Milliarden Euro. Damit ist Phase Eins des Projekts vollständig finanziert.

Der Kurs reagierte nicht. Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 2,02 Euro — ein Wochenverlust von 3,71 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über 22 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro liegt bei fast 50 Prozent.

Der Markt hat offenbar die Finanzierungsfrage abgehakt und stellt jetzt eine neue: Kann Vulcan das Projekt auch bauen — im Zeitplan und im Budget?

Bagger laufen, Bohrungen starten

Operativ tut sich einiges. Im April 2026 begann Vulcan mit dem Bau der Central Lithium Plant im Industriepark Frankfurt Höchst. Die Anlage soll Lithiumchlorid in batterietaugliches Lithiumhydroxid-Monohydrat umwandeln.

Parallel dazu laufen Bohrarbeiten im Oberrheintal. Nach dem Standort Schleidberg hat das Unternehmen jetzt auch am Trappelberg bei Landau begonnen. Das ist der zweite von fünf geplanten neuen Bohrstandorten. Ziel ist ein geothermisches Reservoir, das sowohl erneuerbare Wärme als auch nachhaltiges Lithium liefert.

Das Produktionsziel: 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr — genug für rund 500.000 Elektrofahrzeugbatterien. Als Technologiepartner und Minderheitsinvestor ist Siemens mit an Bord, der Rahmenvertrag läuft bis 2035.

Technisches Bild bleibt angespannt

Die Aktie handelt unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts von 2,15 Euro und deutlich unter dem 200-Tage-Schnitt von 2,61 Euro. Der RSI liegt bei 41,6 — bearish, aber noch nicht im überverkauften Bereich.

Das 52-Wochen-Tief bei 1,77 Euro aus dem März 2026 rückt näher. Dieses Niveau gilt als wichtige technische Unterstützungszone.

Die nächsten Kurstreiber hängen direkt am Baufortschritt. Berichte aus Frankfurt Höchst und Bohrergebnisse vom Trappelberg werden zeigen, ob Vulcan seinen Zeitplan für den Produktionsstart 2027/2028 halten kann. Erst dann dürfte der Markt bereit sein, die Bewertungslücke zu schließen.

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