Vulcan Energy Aktie: Amanda Lacaze ab 17. August im Board
Vulcan Energy beruft Ex-Lynas-CEO Amanda Lacaze in den Vorstand. Die Personalie stärkt die Governance während der kapitalintensiven Lionheart-Projektphase.

- Ex-Lynas-CEO wird Board-Mitglied
- Lionheart-Projekt erreicht wichtige Meilensteine
- Hochtief größter Aktionär mit 15,4 Prozent
- Aktie erholt sich mit Wochenplus von 15,78 Prozent
Vulcan Energy Resources verstärkt sein Board mit einer prominenten Personalie aus der australischen Rohstoffbranche. Amanda Lacaze, langjährige Managing Director und CEO von Lynas Rare Earths, wird ab dem 17. August als unabhängiges, nicht geschäftsführendes Vorstandsmitglied bei Vulcan Energy einziehen. Die Personalie fällt in eine Phase, in der das Unternehmen mitten im Bau seines Lithiumprojekts Lionheart im Oberrheingraben steckt.
Erfahrung aus dem Aufbau kritischer Rohstoffketten
Lacaze war bis Juni 2026 an der Spitze von Lynas Rare Earths tätig und übernahm im Mai 2026 zusätzlich den Vorsitz des Minerals Council of Australia. Bei Vulcan Energy soll sie künftig auch im Audit-, Risiko- und ESG-Ausschuss mitwirken. Executive Chair Francis Wedin begründete die Berufung mit ihrer Erfahrung beim Aufbau westlicher Lieferketten für kritische Rohstoffe, die dem Unternehmen „signifikant nützen“ werde. Für Vulcan Energy ist der Zeitpunkt kein Zufall: Das Unternehmen befindet sich in der kapitalintensivsten Phase seiner Firmengeschichte und braucht Governance-Expertise, die über technische Fragen hinausgeht.
Lionheart nimmt Formen an
Das Lionheart-Projekt, mit dem Vulcan Energy Lithium aus geothermalem Wasser im Oberrheingraben gewinnen will, hat in den vergangenen Monaten mehrere Meilensteine erreicht. Die finale Investitionsentscheidung fiel im Dezember 2025, im Mai 2026 folgte der finanzielle Abschluss der Finanzierung. Das Unternehmen bezifferte die Kosten für die geplante Anlage auf nahezu 1,5 Milliarden Euro. Im Rahmen der insgesamt 2,2 Milliarden Euro schweren Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung für Lionheart meldete Vulcan Energy für das zum 30. Juni 2026 abgeschlossene Quartal keine Ausfallzeiten durch Unfälle. Der sechste Produktions- und Reinjektionsbohrbrunnen im Rahmen des Field Development Plans wurde erfolgreich abgeschlossen, ein siebter angesetzt. Parallel begannen die Erdarbeiten an der Chemieanlage in Frankfurt, während das Land Rheinland-Pfalz eine landesweite Befreiung von der Lithium-Förderabgabe gewährte. Siemens erhielt zudem einen bedeutenden Lieferauftrag für das Projekt. Roberto Gallardo, Chief Strategy Officer von Hochtief und Präsident sowie Executive Director der CIMIC Group, wurde bereits in den Vorstand berufen – ein weiteres Zeichen für die enge Verzahnung mit dem Baukonzern.
Beobachter richten den Blick nun auf die laufende Barmittelverwendung gegenüber dem Kassenbestand von 273,9 Millionen Euro, auf die Förderraten der ersten Produktionsphase, auf die Baufortschritte in Landau und Frankfurt-Höchst sowie auf die Produktqualifizierung mit den Abnehmern Stellantis und LG.
Aktionärsstruktur im Wandel, Kurs erholt sich
Die Eigentümerstruktur von Vulcan Energy hat sich zuletzt verschoben. Laut einer Unternehmenspräsentation vom 29. Juli hält Hochtief mit 15,4 Prozent den größten Anteil am Unternehmen. Die Beteiligung von Gina Rineharts Hancock Prospecting sank dagegen von rund 6,49 Prozent auf etwa 3,7 Prozent, nachdem im Dezember eine stark diskontierte Kapitalerhöhung durchgeführt worden war. Mitte Juli meldete zudem Citigroup Global Markets Australia eine bedeutende Beteiligung von 5,05 Prozent der Stimmrechte, überwiegend gehalten über Wertpapierleihe-Vereinbarungen – eine nach australischem Recht pflichtige Offenlegung, die auf gestiegenes institutionelles Interesse hindeutet.
An der Börse hat sich die Aktie zuletzt spürbar erholt. Am Freitag schloss das Papier bei 1,78 Euro und legte damit 4,76 Prozent zu, auf Wochensicht steht ein Plus von 15,78 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der Titel dennoch weiterhin rund 30 Prozent im Minus. Die jüngste Erholung fällt zusammen mit den operativen Fortschritten bei Lionheart und der personellen Aufwertung des Boards – Signale, die Anleger nach einem schwierigen Jahresverlauf offenbar honorieren.
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