Vulcan Energy Aktie: Amanda Lacaze zieht am 17. August ein
Vulcan Energy verstärkt Aufsichtsrat mit Rohstoffexpertin und treibt Bohrungen voran. Die Aktie bleibt trotz operativer Meilensteine deutlich unter Druck.

- State Street verändert Aktienposition
- Rohstoffexpertin verstärkt Kontrollgremium
- Sechster Brunnen fertig gebohrt
- Bauarbeiten am Geothermiekraftwerk begonnen
Vulcan Energy kämpft sich vom Rekordtief zurück. Die Aktie legte am Dienstag um 1,82 Prozent auf 1,68 Euro zu und liegt damit 12 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 1,50 Euro vom 30. Juli. Der Titel bleibt aber tief im roten Bereich: Seit Jahresbeginn hat er 34,17 Prozent verloren.
Während der Kurs nach Stabilisierung sucht, bewegt sich einiges im Hintergrund. Institutionelle Investoren passen ihre Positionen an, das Unternehmen holt sich neue Führungserfahrung an Bord, und am Flaggschiff-Projekt in der Oberrheinebene geht die Arbeit voran.
State Street bewegt sich um die Meldeschwelle
Regulatorische Mitteilungen vom 30. und 31. Juli zeigen ungewöhnliche Bewegung im Aktionärsregister. Der US-Finanzdienstleister State Street überschritt am 23. Juli kurzzeitig die Drei-Prozent-Schwelle und hielt 14.809.637 Stimmrechte, entsprechend 3,09 Prozent.
Nur vier Tage später, am 27. Juli, reduzierte State Street die Position wieder auf 2,95 Prozent. Solche kurzfristigen Schwankungen deuten meist auf Anpassungen in passiven Fondsstrukturen hin, nicht auf eine strategische Neuausrichtung. Sie haben dem Handel in den vergangenen Tagen aber zusätzliche Liquidität gebracht.
Lynas-Veteranin verstärkt den Aufsichtsrat
Am 3. August meldete Vulcan Energy eine personelle Neuigkeit mit Gewicht: Amanda Lacaze wird ab dem 17. August als unabhängiges Aufsichtsratsmitglied einziehen. Lacaze leitete bis Juni 2026 über ein Jahrzehnt lang Lynas Rare Earths als Managing Director und CEO.
Sie übernimmt zusätzlich einen Sitz im Audit-, Risiko- und ESG-Ausschuss. Ihre Erfahrung im Aufbau westlicher Lieferketten für kritische Rohstoffe könnte gerade jetzt wertvoll sein. Vulcan steckt mitten im Übergang von der Entwicklungs- in die Bauphase.
Sechster Bohrturm steht, siebter läuft
Der Quartalsbericht vom 29. Juli bestätigt stetigen Fortschritt bei Project Lionheart im Oberrheingraben. Der sechste Produktions- und Reinjektionsbrunnen ist fertig gebohrt, Temperatur und Lithiumgehalt entsprechen den internen Erwartungen. Die Bohrung des siebten Brunnens begann noch vor Quartalsende.
Parallel dazu startete Vulcan am 27. Juli die Bauarbeiten am 30-Megawatt-Geothermiekraftwerk in Landau. Fundamente, Betonarbeiten und Straßenanbindung stehen als nächste Schritte an.
Kapital fließt, Kurs bleibt unter Druck
Finanziell schöpft Vulcan weiter aus dem 2,2 Milliarden Euro schweren Finanzierungspaket für Phase Eins von Lionheart, das Ende Mai seinen Abschluss fand. Mitte Juli floss die erste strategische Eigenkapitaltranche. Zum 30. Juni verfügte das Unternehmen über 273,9 Millionen Euro an Kassenbestand und kurzfristigen Einlagen, nachdem im Quartal 92 Millionen Euro in die Projektentwicklung geflossen waren.
Der Kurs bleibt trotz dieser Fortschritte angeschlagen: 32,85 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 2,50 Euro. Der Markt bewertet damit weiterhin vorsichtig, ob Vulcan den Zeitplan bis zur ersten kommerziellen Produktion im Jahr 2028 einhalten kann. Die operativen Meilensteine der vergangenen Wochen liefern dafür zumindest erste Anhaltspunkte.
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