Vulcan Energy Aktie: Barker soll Ludwig finanzieren
Angus Barker übernimmt bei Vulcan Energy den Verwaltungsratsvorsitz. Die Aktie bleibt unter Druck, während Project Ludwig noch auf die Investitionsentscheidung wartet.

- Angus Barker folgt auf Francis Wedin
- Ludwig-Vorstudie sieht 1,26 Milliarden Euro
- Aktie verliert binnen 30 Tagen 22 Prozent
- Lithiumressourcen steigen auf 1,251 Millionen Tonnen
Vulcan Energy hat mit Angus Barker einen erfahrenen Finanzmann an die Spitze des Verwaltungsrats geholt. Der Wechsel markiert einen Einschnitt für das Lithium- und Geothermie-Unternehmen aus dem Oberrheingraben, das derzeit an gleich zwei Fronten kämpft: an der Börse und beim Aufbau seines zweiten Großprojekts.
Barker tritt sein Amt als Non-Executive Chair mit Wirkung zum heutigen Tag an. Er löst Dr. Francis Wedin als Executive Chair ab, der künftig als Founder eine dedizierte Rolle übernimmt und sich auf das Wachstumsportfolio konzentriert – Geothermie, die Lithium-Projektpipeline und die unternehmenseigene VULTEC-Technologie.
Barker bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung in Unternehmensfinanzierung und M&A mit. Er war maßgeblich daran beteiligt, für das 2,2 Milliarden Euro schwere Lionheart-Projekt eine öffentlich unterstützte Finanzierung über 1,2 Milliarden Euro zu sichern.
Ein Wechsel mit Signalwirkung
Die Personalie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Vulcan Energy einen entscheidenden Beweis antreten muss: dass sich die Erfahrungen aus dem Lionheart-Projekt auf ein zweites Vorhaben, Project Ludwig in Ludwigshafen, übertragen lassen.
Vor gut einer Woche hatte das Unternehmen die positive Vorstudie für Ludwig vorgelegt – mit einem Investitionsvolumen von 1,26 Milliarden Euro, das gegenüber Lionheart auf vergleichbarer Basis um 15 Prozent niedriger ausfällt. Der Kapitalwert vor Steuern wird mit 2,6 Milliarden Euro beziffert, die interne Verzinsung mit 25 Prozent.
Dass Barker nun den Vorsitz übernimmt, lässt sich als Fortsetzung dieser Kapitalmarktstrategie lesen: Wer bereits einmal eine milliardenschwere, öffentlich gestützte Finanzierung organisiert hat, soll offenbar auch die nächste Etappe absichern. Das ist insofern bedeutsam, als die endgültige Investitionsentscheidung für Ludwig erst nach Produktionsbeginn bei Lionheart fallen soll – ein Prozess, der weitere Explorationsbohrungen und 3D-Seismikuntersuchungen voraussetzt.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse hat der Führungswechsel bislang keine Erleichterung gebracht. Die Aktie schloss am Freitag bei 1,50 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent auf Tagesbasis.
Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 22 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn beträgt das Minus 41 Prozent. Damit notiert das Papier nur noch rund 3,0 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 1,46 Euro, während der Abstand zum Jahreshoch von 4,15 Euro aus dem Oktober 2025 bei 64 Prozent liegt.
Diese Kursentwicklung verdeutlicht, dass operative Fortschritte allein die Anleger derzeit nicht überzeugen. Die Ressourcenbasis für Ludwig wurde in der Vorstudie deutlich angehoben: Die angezeigten Ressourcen stiegen um 91 Prozent von 655.000 auf 1,251 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent, die vermuteten Ressourcen legten um 5 Prozent auf 2,230 Millionen Tonnen zu. Die Betriebskosten je Tonne liegen mit 4.101 Euro in etwa auf dem Niveau von Lionheart.
Was der Führungswechsel für Anleger bedeutet
Für Investoren zählt nun vor allem, ob der neue Vorsitzende Barker das Vertrauen der Kapitalmärkte zurückgewinnen kann, das sich zuletzt in fallenden Kursen niedergeschlagen hat.
Seine Expertise bei komplexen, öffentlich unterstützten Finanzierungsrunden könnte sich als entscheidender Faktor erweisen, sollte Vulcan Energy für Ludwig ähnlich umfangreiche Mittel benötigen wie zuvor für Lionheart. Bis zur endgültigen Investitionsentscheidung für das zweite Projekt bleibt aber Geduld gefragt – ein kurzfristiger Kurskatalysator ist der Chef-Wechsel selbst nicht.
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