Vulcan Energy Aktie: Bau von Lionheart begonnen

Vulcan Energy treibt in Landau Kraftwerksbau und Lithiumprojekt voran, während die Aktie trotz jüngster Stabilisierung deutlich unter ihrem Jahreshoch bleibt.

Die Kernpunkte:
  • Bau des Lionheart-Kraftwerks begonnen
  • Lithiumgewinnung mit Geothermie verbunden
  • Amanda Lacaze in den Aufsichtsrat berufen
  • Aktie rund 60 Prozent unter Jahreshoch

Vulcan Energy kommt bei seinem Geothermie- und Lithiumprojekt in Landau einen wichtigen Schritt weiter. Ende Juli begann das Unternehmen mit den zivilen Bauarbeiten am 30-Megawatt-Kraftwerk Lionheart, wie das Unternehmen mitteilte.

Auf einer Fläche von rund zehn Hektar entstehen derzeit Fundamente, Betonarbeiten und die Pipeline-Infrastruktur für das integrierte Projekt, das Lithiumgewinnung und erneuerbare Energieerzeugung verbinden soll. Anfang August bestätigte das Unternehmen, dass die Bauarbeiten weiter fortschreiten.

Fokus auf integrierte Lieferkette

In einer Unternehmenspräsentation von Mitte August positionierte sich Vulcan Energy als künftiger Lithiumproduzent für die Batterieindustrie mit einer vollständig integrierten europäischen Lieferkette.

Kernstück der Strategie ist die Direct-Lithium-Extraction-Technologie, mit der das Unternehmen Lithium unmittelbar aus geothermalem Fluid gewinnen will, statt auf klassische Verdunstungsteiche oder Hartgesteinsabbau zu setzen. Das Kraftwerk Lionheart in Landau bildet dabei einen zentralen Baustein: Es soll gleichzeitig Strom liefern und die Grundlage für die Lithiumextraktion schaffen.

Der Baufortschritt in Landau ist für Anleger deshalb von Bedeutung, weil er den Übergang von der Planungs- in die Umsetzungsphase markiert. Bislang war Vulcan Energy vor allem ein Explorations- und Entwicklungsunternehmen ohne laufende Produktion. Mit den nun sichtbaren Baumaßnahmen — Fundamente, Betonarbeiten, Pipelines — wird das Projekt greifbarer.

Aufsichtsrat verstärkt

Ebenfalls im August erweiterte Vulcan Energy sein Führungsgremium. Amanda Lacaze, ehemalige Managing Director und CEO von Lynas Rare Earths, trat dem Aufsichtsrat als unabhängiges nicht-geschäftsführendes Mitglied bei und übernimmt zugleich einen Sitz im Audit-, Risiko- und ESG-Ausschuss.

Lacaze hatte Lynas Rare Earths von einem aufstrebenden Produzenten zu einem global bedeutenden Lieferanten kritischer Rohstoffe geführt, bevor sie im Juni von dort zurücktrat. Ihre Expertise im Bereich kritischer Mineralien dürfte für Vulcan Energy insbesondere bei der weiteren Skalierung der Lithiumproduktion relevant sein.

Kurs bleibt unter Druck

An der Börse hat der operative Fortschritt bislang keine durchgreifende Wende gebracht. Die Aktie notiert aktuell bei 1,67 Euro und liegt damit rund 60 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 4,15 Euro, das Mitte Oktober markiert wurde.

Seit Jahresanfang steht ein Kursminus von 35 Prozent zu Buche. Zugleich zeigt sich in den vergangenen Wochen eine leichte Stabilisierung: Auf Monatssicht steht ein Plus von 5,4 Prozent, nachdem der Kurs Ende Juli sein 52-Wochen-Tief von 1,50 Euro erreicht hatte.

Für Anleger bleibt die Kluft zwischen operativem Fortschritt und Kursentwicklung das zentrale Thema. Der Baubeginn in Landau und die Verstärkung des Aufsichtsrats sind Signale, dass Vulcan Energy seinen Fahrplan zur integrierten Lithiumproduktion weiterverfolgt.

Ob sich dieser Fortschritt in einer nachhaltigen Kurserholung niederschlägt, hängt davon ab, ob das Unternehmen die anstehenden Bauphasen ohne größere Verzögerungen oder Kostenüberschreitungen abschließt.

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