Vulcan Energy Aktie: Lionheart startet Bau

Vulcan Energy beginnt mit dem Bau des integrierten Geothermie- und Lithiumprojekts Lionheart. Die Anlage soll ab 2028 jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid liefern.

Die Kernpunkte:
  • Erste Betonfundamente für Kraftwerk gegossen
  • Jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid geplant
  • Abnahmeverträge mit Autoherstellern bestehen
  • Aktie trotz Baufortschritt nahe Jahrestief

Vulcan Energy hat mit dem zivilen Bau des Geothermiekraftwerks Lionheart in Landau begonnen. Auf dem rund zehn Hektar großen Areal im Industriegebiet Messegelände Südost im Oberrheingraben gossen die Bauteams bereits die ersten Betonfundamente. Für das australische Unternehmen markiert der Baustart einen der wichtigsten operativen Schritte seit der Projektfinanzierung.

Kraftwerk soll Lithium, Strom und Wärme liefern

Lionheart ist als integriertes Geothermie- und Lithiumprojekt konzipiert. Die 30-Megawatt-Anlage soll über eine Laufzeit von 30 Jahren jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat produzieren – nach Unternehmensangaben genug für rund 500.000 Elektrofahrzeugbatterien. Hinzu kommen 275 Gigawattstunden Strom und 560 Gigawattstunden Wärme pro Jahr. Technologisch setzt Vulcan auf den Organic-Rankine-Cycle-Prozess zur Stromerzeugung sowie auf die firmeneigene VULSORB-Direktlithiumextraktion. CEO Cris Moreno erklärte, das Projekt verlaufe im Zeit- und Budgetplan. Als nächste Bauphase stehen die Gebäudeerrichtung und die Montage der Anlagentechnik an. Die erste Lithiumproduktion peilt Vulcan für 2028 an.

Finanziell steht das Vorhaben auf breiter Basis: Die Gesamtfinanzierung für Phase 1 beläuft sich auf 2,2 Milliarden Euro, darunter ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank über 250 Millionen Euro. Abnahmeverträge für das Lithiumhydroxid bestehen bereits mit Volkswagen, Stellantis, Renault, Umicore und LG Energy Solution – Vulcan hat sich damit frühzeitig Abnehmer aus der Automobil- und Batterieindustrie gesichert, bevor die Anlage überhaupt produziert.

Anleger reagieren verhalten

An der Börse sorgte der Baustart zunächst nicht für Euphorie. Die Aktie notiert im deutschen Handel aktuell bei 1,65 Euro und legt am heutigen Montag um 2,86 Prozent zu. Damit bewegt sich das Papier nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 1,60 Euro, das erst am Freitag markiert wurde – ein Abstand von gerade einmal 3,19 Prozent. Der operative Fortschritt in Landau ändert damit bislang wenig an der grundlegenden Kursschwäche der vergangenen Monate.

Der Blick auf die längere Frist zeigt, wie tief der Fall war: Verglichen mit dem 200-Tage-Durchschnitt notiert die Aktie derzeit rund 35 Prozent niedriger. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 3,98 Euro Anfang Oktober hat sich der Kurs damit mehr als halbiert. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei knapp 760 Millionen Euro – ein Bruchteil dessen, was das Unternehmen zu besseren Börsenzeiten wert war.

Kaufempfehlung trifft auf skeptischen Markt

Trotz der schwachen Kursentwicklung bleibt die Analystenmeinung mehrheitlich positiv: Der Konsens lautet auf Kaufen, mit einem Kursziel von 7,783 australischen Dollar – deutlich über dem aktuellen Niveau der Aktie am australischen Heimatmarkt. Diese Diskrepanz zwischen fundamentaler Einschätzung und tatsächlichem Kursverlauf begleitet Vulcan Energy schon seit längerem und dürfte auch nach dem Baustart in Landau bestehen bleiben, solange keine weiteren handfesten Baufortschritte oder Produktionsmeilensteine folgen.

Für Anleger bleibt der Fortschritt am Lionheart-Standort dennoch der zentrale Gradmesser. Bis zur geplanten ersten Lithiumproduktion 2028 wird sich zeigen müssen, ob das Unternehmen den selbst gesetzten Zeit- und Kostenrahmen tatsächlich einhält – und ob sich das Vertrauen der Investoren parallel zum Baufortschritt erholt.

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