Vulcan Energy Aktie: PFS für Ludwig fertig
Vulcan Energy beziffert Ludwig mit 1,26 Milliarden Euro Kapitalbedarf und plant die Investitionsentscheidung erst nach Lionheart im Jahr 2029.

- Ludwig soll jährlich Lithiumcarbonat liefern
- Ressourcenbasis wächst auf 1,251 Millionen Tonnen
- Investitionsentscheidung für 2029 unterstellt
- Vulcan-Aktie steigt leicht auf 1,63 Euro
Vulcan Energy Resources hat die positive Vorstudie (PFS) für sein zweites Großprojekt Ludwig fertiggestellt. Damit legt das Unternehmen den wirtschaftlichen Rahmen für eine weitere Lithium- und Geothermieanlage im Oberrheingraben vor, die auf den Erfahrungen aus der ersten Ausbaustufe Lionheart aufbaut.
Deutlich mehr Ressourcen, geringerer Kapitalbedarf
Projekt Ludwig soll über 30 Jahre jährlich 21.100 Tonnen batteriegradiges Lithiumcarbonat sowie 3.125 Gigawattstunden erneuerbare Wärme liefern, die teils intern genutzt, teils extern verkauft werden soll. Der Investitionsbedarf wird mit 1,26 Milliarden Euro veranschlagt, inklusive eines Sicherheitspuffers von 15 Prozent – bezogen auf die Lithiumkapazität rund 15 Prozent günstiger als bei Lionheart.
Parallel dazu ist die Ressourcenbasis kräftig gewachsen. Die angezeigten Ressourcen (Indicated) stiegen von 655.000 auf 1.251.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent, ein Plus von 91 Prozent bei einer Lithiumkonzentration von 155 Milligramm pro Liter. Die vermuteten Ressourcen (Inferred) legten von 2.128.000 auf 2.230.000 Tonnen zu.
Nach Unternehmensangaben ergibt sich für Ludwig ein Nettobarwert vor Steuern von 2,6 Milliarden Euro beziehungsweise 4,2 Milliarden US-Dollar, bei einer internen Verzinsung von 25 Prozent. Nach Steuern liegt der Barwert bei 2,7 Milliarden US-Dollar, die Rendite bei 20,2 Prozent.
Finale Entscheidung erst nach Lionheart
Eine endgültige Investitionsentscheidung für Ludwig will Vulcan Energy erst treffen, wenn Lionheart gebaut ist und die kommerzielle Produktion aufgenommen hat. Im Wirtschaftsmodell wird dafür eine finale Entscheidung im Jahr 2029 unterstellt.
Bis dahin will das Unternehmen einen strategischen Partnerprozess auf Projektebene starten, um eine Minderheitsbeteiligung an Ludwig zu platzieren – die Mehrheitskontrolle soll dabei erhalten bleiben. Zusätzlich sind Projektfinanzierungen und mögliche öffentliche Fördermittel im Gespräch.
Der lange Zeithorizont bis zur Entscheidung erklärt, warum die Studie zunächst kaum unmittelbare Kursimpulse auslöst: Ludwig bleibt ein Projekt für die zweite Hälfte des Jahrzehnts, während die Anleger derzeit vor allem auf den Baufortschritt von Lionheart schauen.
Kursreaktion bleibt verhalten
Die Vulcan-Aktie notiert aktuell bei 1,63 Euro und legt am heutigen Handelstag um 1,6 Prozent zu. Damit bewegt sich das Papier nur leicht über dem 52-Wochen-Tief von 1,50 Euro, das erst kürzlich markiert wurde, und bleibt mit einem Abstand von 61 Prozent weit vom Jahreshoch aus Oktober entfernt. Seit Jahresbeginn steht ein Kursverlust von 36 Prozent, was die skeptische Grundstimmung rund um den Lithiumsektor widerspiegelt.
Personell hat sich beim Aufsichtsrat vor gut zwei Wochen etwas getan: Amanda Lacaze, bekannt für ihre langjährige Führungsrolle bei Lynas Rare Earths, wurde als unabhängiges nicht-exekutives Vorstandsmitglied berufen. Ihre Erfahrung in der Rohstoffbranche könnte gerade in der jetzt anstehenden Partnersuche für Ludwig von Bedeutung sein.
Für Anleger bleibt die PFS zu Ludwig vor allem ein Signal für die langfristige Wachstumsstrategie von Vulcan Energy. Kurzfristig dürfte die Kursentwicklung jedoch weiterhin stärker vom Fortschritt bei Lionheart und von der allgemeinen Stimmung am Lithiummarkt getrieben werden als von einem Projekt, dessen Investitionsentscheidung erst in einigen Jahren fällt.
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