Vulcan Energy Aktie: Siemens erhält Lionheart-Auftrag

Vulcan Energy beruft Amanda Lacaze in den Vorstand und treibt Lionheart voran. Der Projektfortschritt und die personelle Verstärkung stützen die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Lacaze neu im Vulcan-Board
  • Lionheart erreicht Financial Close
  • Siemens erhält letzten Großauftrag
  • Aktie erholt sich spürbar

Vulcan Energy Resources baut sein Aufsichtsgremium um eine profilierte Rohstoff-Managerin aus. Das Unternehmen, das an ASX und Frankfurter Börse notiert ist, bestellte Amanda Lacaze zur unabhängigen, nicht geschäftsführenden Direktorin. Die Ernennung wird am 17. August wirksam, wie das Unternehmen mitteilte. Lacaze soll zudem dem Audit-, Risiko- und ESG-Ausschuss von Vulcan Energy angehören.

Lacaze war bis Juni 2026 Geschäftsführerin und Chief Executive Officer von Lynas Rare Earths und leitet seit Mai 2026 als Vorsitzende den Minerals Council of Australia. Executive Chair Francis Wedin begrüßte die Personalie mit deutlichen Worten: „Ich freue mich, jemanden von Amandas Format im Board von Vulcan Energy willkommen zu heißen. Ihre herausragende Erfolgsbilanz und ihre jüngste Erfahrung beim Aufbau westlicher Lieferketten für kritische Rohstoffe werden von erheblichem Nutzen sein.“

Lionheart-Projekt macht sichtbare Fortschritte

Die personelle Aufwertung des Boards fällt in eine Phase, in der Vulcan Energy operativ vorankommt. Im Quartalsbericht zum zweiten Quartal 2026, der die Periode bis Ende Juni abdeckt, meldete das Unternehmen den Financial Close für das Lionheart-Projekt mit einem Volumen von 2,2 Milliarden Euro. Parallel wurde der sechste Produktions- beziehungsweise Re-Injektionsbrunnen termingerecht und innerhalb des Budgets fertiggestellt, der siebte Brunnen ist bereits angesetzt. Zudem vergab Vulcan Energy einen bedeutenden Lieferauftrag an Siemens – nach Unternehmensangaben der letzte große noch offene Vertrag im Lieferkettenpaket von Lionheart.

Die Investitionen schlagen sich in der Bilanz nieder: Im zweiten Quartal flossen 92,0 Millionen Euro in die Entwicklung, vorrangig in Bau und Bohrarbeiten für Lionheart. Zum 30. Juni verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und binnen 90 Tagen zugängliche Einlagen von 273,9 Millionen Euro. Neben Siemens zählen laut Unternehmensangaben Stellantis, LG Energy Solution, Umicore und Glencore zu den Abnehmern und Lieferpartnern, mit denen Vulcan Energy Offtake- und Lieferverträge geschlossen hat.

Projektwirtschaftlichkeit und nächste Meilensteine

Im Quartalsbericht bekräftigte das Unternehmen die zuvor kommunizierten Kennzahlen für die erste Phase von Lionheart: ein Kapitalwert vor Steuern von 1.838 Millionen Euro, ein Kapitalwert nach Steuern von 1.152 Millionen Euro sowie ein Investitionsbedarf von 1.476 Millionen Euro. Die interne Zinsfußrendite liegt vor Steuern bei 15,6 Prozent, nach Steuern bei 13,7 Prozent. Über eine angenommene Lagerstättenlebensdauer von 30 Jahren rechnet das Management mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 566 Millionen Euro bei einer EBITDA-Marge von 75 Prozent. Die geschätzten C1-Produktionskosten von 3.588 Euro pro Tonne Lithiumhydroxid-Monohydrat sollen das Projekt im weltweit günstigsten Kostenquartil positionieren.

Für September 2026 kündigte Vulcan Energy zudem eine Machbarkeitsstudie für das Lizenzgebiet Ludwigshafen an, die im Rahmen der Wachstumsplanung für künftige Projektphasen entstehen soll. Zur Lithiumnachfrage äußerte sich das Management im Quartalsbericht optimistisch und verwies auf die Absicherung nach unten durch die bestehenden Offtake-Vereinbarungen von Lionheart.

Kursreaktion: Erholung nach schwachem Jahresverlauf

Die Aktie reagierte zuletzt mit spürbarer Erholung auf die Unternehmensnachrichten. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 1,78 Euro, ein Plus von 4,76 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht summiert sich der Anstieg auf 15,78 Prozent. Die kurzfristige Belebung ändert allerdings wenig am längerfristigen Bild: Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit einem deutlichen Minus zu Buche, nachdem sie sich zwischenzeitlich weit von ihrem 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober entfernt hatte. Ob die operativen Fortschritte bei Lionheart und die Board-Erweiterung ausreichen, das Anlegervertrauen nachhaltig zurückzugewinnen, dürfte sich an den kommenden Meilensteinen zeigen – etwa an der für September angekündigten Studie zum Ludwigshafener Lizenzgebiet.

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