Vulcan Energy Aktie: Stellantis nimmt 128.000 Tonnen ab
Vulcan Energy treibt das Lionheart-Projekt voran, kämpft aber mit sinkenden Liquiditätsreserven und einer noch nicht abgeschlossenen Milliardenfinanzierung.

- Baustart der Lithiumraffinerie in Frankfurt
- Neues Elektrolyseverfahren für Batterielithium
- Liquidität schrumpft auf 364 Millionen Euro
- Milliardenkredit noch nicht unterzeichnet
Vulcan Energy kommt beim deutschen Lionheart-Projekt sichtbar voran. In Frankfurt startet der Konzern nicht nur den Bau der zentralen Lithiumanlage, sondern setzt auch auf eine Technologie, die in der Batterie-Lieferkette erstmals kommerziell zum Einsatz kommen soll. Der Haken: Während die Baustelle läuft, zehrt die Finanzierungslücke weiter an der Bilanz.
Technikpremiere in Frankfurt
NORAM Electrolysis Systems aus Vancouver liefert für die Raffinerie im Industriepark Höchst die NORSCAND-Membranelektrolyse. Das Verfahren wandelt Lithiumchlorid direkt in batteriefähiges Lithiumhydroxid-Monohydrat um. Wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt, rückt der CO₂-Fußabdruck dieses Schritts nahe null.
Für Vulcan ist das mehr als ein technisches Detail. Das eigene VULSORB-Verfahren soll Lithium aus geothermischer Sole gewinnen. Aus dem Lithiumchlorid-Konzentrat entsteht anschließend in Frankfurt das Produkt für Batteriekunden.
Damit adressiert Vulcan einen Punkt, der Europas Autobauer zunehmend beschäftigt: Emissionen entlang der Lieferkette. Gerade bei Scope-3-Berichten zählt nicht nur, woher Lithium kommt. Entscheidend ist auch, wie energieintensiv die Weiterverarbeitung ausfällt.
Lionheart bekommt Rückhalt
Die erste Projektphase zielt auf eine Jahreskapazität von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat. Parallel sollen 275 Gigawattstunden erneuerbarer Strom und 560 Gigawattstunden Wärme für lokale Abnehmer entstehen. Das macht Lionheart zu einem integrierten Rohstoff- und Energieprojekt.
Politisch ist das Vorhaben gut eingebettet. Die EU führt Lionheart als strategisches Projekt. Rheinland-Pfalz verzichtet für fünf Jahre auf Lithium-Lizenzabgaben.
Kommerziell hat Vulcan bereits einen Teil der geplanten Mengen abgesichert. Rund 72 Prozent der Produktion sind über feste oder Mindestpreis-Verträge gebunden. Stellantis nimmt über zehn Jahre 128.000 Tonnen Lithiumhydroxid ab.
Weitere langfristige Abnehmer sind LG Energy Solution und Glencore. Der europäische Preis für batteriefähiges Lithiumcarbonat lag Ende April bei rund 20.500 Dollar je Tonne. Das stabilisiert die Erlösannahmen, ersetzt aber keine geschlossene Projektfinanzierung.
Geld bleibt der Engpass
Genau dort liegt der kritische Punkt. Vulcan verbrauchte im ersten Quartal 2026 rund 76 Millionen Euro. Das Geld floss unter anderem in Grundstücke, Zahlungen an Auftragnehmer und das ORC-Kraftwerk.
Die liquiden Mittel sanken von 523 Millionen Euro auf 364 Millionen Euro zum Quartalsende. Weitere 63 Millionen Euro liegen in Sicherheitsleistungen gebunden. Die Folge: Der Zeitdruck steigt.
Die zentrale Hürde bleibt die Syndizierung des Finanzierungspakets über 2,2 Milliarden Euro. Der Kern sind 1,2 Milliarden Euro vorrangig besicherte Kredite von einem Konsortium aus 13 Institutionen. Dazu zählen europäische Exportkreditagenturen und die Europäische Investitionsbank.
Ergänzend rechnet Vulcan mit rund 204 Millionen Euro staatlichen Zuschüssen. Die Unterzeichnung ist für das zweite Quartal 2026 angepeilt. Ein finales Datum liegt bislang nicht vor.
Operativ geht die Arbeit im Oberrheingraben weiter. Die fünfte Produktionsbohrung LSC-1 erreichte Durchflussraten von 105 bis 125 Litern pro Sekunde. Die sechste Bohrung LSC-2 hat ihre Endtiefe von 3.000 Metern erreicht und soll im laufenden Quartal getestet werden.
An der Börse bleibt die Aktie trotzdem unter Druck. Am Freitag schloss sie bei 2,27 Euro und verlor 3,90 Prozent. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 13,18 Prozent.
Der Kurs liegt zwar wieder über dem kurzfristigen Durchschnitt. Zur 200-Tage-Linie fehlen aber rund 13 Prozent. Canaccord Genuity blieb Ende April bei seiner Kaufempfehlung, das Konsenskursziel von 4,45 Euro liegt deutlich über dem aktuellen Niveau.
Der nächste harte Termin ist die Hauptversammlung am 28. Mai in Perth. Bis dahin dürfte vor allem die Finanzierung den Ton setzen. Die kommerzielle Produktion erwartet Vulcan erst in der zweiten Hälfte 2028.
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