Wacker Chemie: Aktie trotz starkem Quartalsergebnis unter Druck

Der Hersteller von Spezialchemie-Produkten Wacker Chemie hat im letzten Quartal des zurückliegenden Geschäftsjahres mehr umgesetzt und beim Gewinn die Analystenerwartungen übertroffen. Allerdings kann die Aktie zumindest aktuell davon nicht profitieren.

Im vierten Quartal 2016 konnte Wacker Chemie den Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 10 % auf 1,35 Milliarden Euro steigern. Der operative Gewinn auf Ebene EBITDA erreichte sogar ein Wachstum um 44 % auf 270 Millionen Euro. Das Unternehmen erklärte diesen deutlichen Zuwachs vor allem mit einer regen Kundennachfrage in den Angebotsbereichen Chemie, Halbleiter-Wafer und Polysilizium.

Schlussquartal beflügelt auch Gesamtjahres-Ergebnis

Durch den Schlussspurt im letzten Geschäfts-Quartal konnte das Unternehmen für das Gesamtjahr ein Umsatzplus von 2 % auf 5,4 Milliarden Euro ausweisen. Das EBITDA legte deutlich auf 1,1 Milliarden Euro zu. Was insofern bemerkenswert war, das Sondererträge, die im Jahr davor noch fast 140 Millionen Euro ausmachten, in 2016 auf nur noch rund 20 Millionen Euro zurückgingen.

Positiv wurde im Markt auch aufgenommen, dass Wacker Chemie seinen Netto-Cashflow erheblich ausweiten konnte. Nach nur 23 Millionen Euro im Vorjahr berichtete das Unternehmen nun von einem positiven Cashflow von rund 400 Millionen Euro. Das lässt auch im Markt einige Spekulationen zu, dass die Firma bei der Dividende nachbessern könnte.

Aktie von Wacker Chemie dennoch unter Druck

Allerdings: Am heutigen Tag kann die Aktie von Wacker Chemie keinen Blumenstrauß gewinnen. Sie gehört mit einem Abschlag von fast 3,5 % zu den großen Verlierern des Tages. Als Begründung für den starken Abschlag könnten zum einen sicherlich die berühmt-berüchtigten „Sell on good news“ angeführt werden. Eine Rolle dürfte allerdings auch gespielt haben, dass Wacker Chemie auf Ebene EBIT wegen höherer Abschreibungen einen Rückgang um 23 % auf 365 Millionen Euro verbuchen musste, wodurch auch letztlich das Jahresergebnis von zuvor 242 Millionen Euro auf nur 190 Millionen Euro sank.

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