Wacker Neuson: Neuer Umsatzrekord, aber Aktie auf Talfahrt

Der Baumaschinenhersteller Wacker Neuson übertraf im zweiten Quartal dieses Geschäftsjahres mit 382,1 Mio. Euro Umsatz den Rekordwert des Vorjahres um 16%. Bereinigt um Wechselkurseffekte erzielte das Unternehmen noch ein Plus von 11%.

 

© Wacker Neuson
© Wacker Neuson

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag jedoch mit 34,0 Mio. Euro um 18% unter dem Vorjahreswert mit 41,3 Mio. Euro. Die EBIT-Marge erreichte 8,9% und die EBITDA-Marge lag bei 13,3%.

 

Umsatz auf neuem Rekordniveau

Insgesamt erzielt Wacker Neuson im 1. Halbjahr dieses Geschäftsjahres hinsichtlich des Umsatzes eine neue Rekordmarke. Der Umsatz kletterte um 14% auf 706,4 Mio. Euro nach 620,0 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Währungsbereinigt betrug das Plus 8%.

Wacker Neuson beklagte im Berichtszeitraum eine negative Marktentwicklung in vielen Ländern, vor allem außerhalb von Europa und in den USA. Dennoch erwies sich besonders die Sparte Kompaktmaschinen als Wachstumstreiber. Hier wurde ein Umsatzwachstum von 25% erzielt.

In der Sparte Baugeräte betrug das Wachstum 5% und lag unter den Erwartungen. Hier wird der größte Teil außerhalb Europas generiert, sodass Wechselkurseffekte hier stärker wirken. Das führte wechselkursbereinigt zu einem Umsatzrückgang um 6%. Die Sparte Dienstleistungen wuchs um 4% gegenüber dem Vorjahr, bereinigt um Wechselkurseffekte lag der Konzern hier auf Vorjahresniveau.

Über 70% seiner Umsätze generiert Wacker Neuson in Europa. Hier lag insgesamt das Wachstum bei 11%. Der größte Zuwachs wurde in der Region Amerika mit einem Plus von 22% erzielt, währungsbereinigt betrug das Plus 3%.

 

EBIT ebenfalls auf neuem Höchststand

Das EBIT stieg im 1. Halbjahr um 4% auf 65,7 Mio. Euro. Auch dieser Wert erreichte einen neuen Höchststand. Die EBIT-Marge bezogen auf den Umsatz lag nach 10,2% im Vorjahreszeitraum bei 9,3%.

Beim Periodenergebnis legte der Konzern um 6% auf 45,2 Mio. Euro zu. Damit ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von 0,64 Euro. Laut Unternehmensangaben wurde das Ergebnis durch einen veränderten Regionen- und Absatzmix wesentlich beeinflusst. So nahm der Anteil des Umsatzes von Kompaktmaschinen am Konzernumsatz auf über 51% zu. Dagegen sank der Anteil der Baugeräte auf knapp unter 30%.

Der operative Cash-Flow lag im 1. Halbjahr bei 11,5 Mio. Euro und damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres mit 52,9 Mio. Euro. Allerdings war dieser Wert deutlich vom Aufbau der Vorräte beeinflusst. Vor den Investitionen in das Working Capital lag der Cash-Flow bei 87,4 Mio. Euro.

Die gestiegene Nachfrage sowie Wechselkurseffekte sorgten für einen Anstieg des Working Capitals um 19% seit Beginn des Jahres. Zur Jahresmitte wurde hier der Höchststand erreicht und soll bis Jahresende sinken.

 

Vorstand bestätigt Prognose

Insgesamt zeigte sich der Vorstand von Wacker Neuson für den weiteren Jahresverlauf positiv und bekräftigte die Prognose. Danach soll der Umsatz zwischen 1,4 bis 1,45 Mrd. Euro betragen. Dies entspricht einem Wachstum von 9 bis 13% gegenüber dem Vorjahr.

Die EBIT-Marge wird zwischen 9,5 bis 10,5% erwartet und damit ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres mit 10,6%.

 

Aktie von Wacker Neuson unter Druck

Die Aktie von Wacker Neuson geriet zuletzt nach der Mitteilung über die Beendigung der Zusammenarbeit zwischen der Kramer-Werke GmbH, welche zur Wacker Group gehört, und der Firmengruppe Claas unter Druck.

Der Markt nahm diese Nachricht mit Enttäuschung auf und zog die Aktie mit nach unten. Zwischenzeitlich erholten sich die Papiere jedoch wieder und lagen teils über 21,00 Euro. Dieser Ausbruchsversuch wurde jedoch prompt wieder einkassiert.

Gestern konnte die Aktie im Vorfeld der Zahlen um 2,32% zulegen, lag aber mit einem Kurs von 18,74 Euro auf einem recht niedrigen Niveau. Dieses Plus wurde zum größten Teil heute schon wieder aufgebraucht. Bisher gaben die Papiere um 1,81% nach und notieren derzeit bei 18,40 Euro.

150804 Wacker Neuson

Damit nähert sich die Aktie der Unterstützung bei 18,00 Euro. Wird diese nach unten durchbrochen, würden sich die Papiere wieder auf dem Niveau von Januar dieses Jahres befinden und weitere Verluste wären möglich. Der Verlauf des 2. Quartals zeigte einen deutlichen Rückgang von EBIT und der entsprechenden Marge. Dieser Druck könnte sich in den kommenden Monaten noch weiter verstärken, zumal Konkurrent United Rentals erst kürzlich eine Gewinnwarnung vermeldete.

%d Bloggern gefällt das: