Während der DAX unter 24.000 rutscht, schreibt Washington Krypto-Geschichte
Der CLARITY Act bringt Rechtssicherheit für Krypto-Märkte, während Apple mit Rekordzahlen und einem CEO-Wechsel überrascht.

- CLARITY Act schafft Krypto-Regelwerk
- Apple meldet Rekordumsatz und neuen CEO
- Rheinmetall und SAP trotzen DAX-Schwäche
- EZB hebt Inflationsprognose deutlich an
Liebe Leserinnen und Leser,
am Sonntag schrieb ich, wer nach Alternativen zu den üblichen Verdächtigen suche, finde sie dort, wo neue Reaktoren genehmigt und neue Fabriken gebaut werden. Der erste Handelstag der neuen Woche liefert eine Ergänzung: auch dort, wo neue Gesetze geschrieben werden. Denn während der DAX am Montag mit einem Minus von 1,24 Prozent auf 23.991 Punkte unter die 24.000er-Marke fiel — belastet von einem Ölpreis, der nach Zwischenfällen an der Straße von Hormus auf 114 US-Dollar je Barrel sprang, und Trumps Ankündigung von 25-Prozent-Zöllen auf EU-Autos — passierte in Washington etwas, das für Anleger langfristig schwerer wiegen dürfte als jeder Tagesrücksetzer.
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Der CLARITY Act gibt Krypto ein Regelwerk
Über das Wochenende einigten sich Demokraten und Republikaner im US-Senat auf einen überparteilichen Kompromiss zum „Digital Asset Market Clarity Act of 2025″. Der Deal löst den monatelangen Streit um Stablecoin-Renditen — und er tut es mit chirurgischer Präzision: Belohnungen, die „wirtschaftlich oder funktionell Zinszahlungen“ auf Bankeinlagen ähneln, werden verboten. Anreize für „bona fide Plattformaktivitäten“ und echte On-Chain-Transaktionen bleiben erlaubt. Im Ergebnis zieht der Gesetzgeber eine klare Grenze zwischen CeFi- und DeFi-Renditen.
Für einen Teilmarkt von 317 Milliarden US-Dollar bedeutet das: Rechtssicherheit statt regulatorisches Vakuum. Bitcoin durchbrach kurzzeitig die 80.000-Dollar-Marke. Coinbase legte 7 Prozent zu, Circle sogar 16 Prozent. Coinbase-Chefjurist Paul Grewal und Policy-Chef Faryar Shirzad stellten sich öffentlich hinter den Kompromiss. Das „Markup“ — die formelle Abstimmung im Senatsbankenausschuss — ist für die Woche des 11. Mai angesetzt. Wer am Donnerstag die Coinbase-Quartalszahlen liest, wird sie vor diesem regulatorischen Hintergrund bewerten müssen.
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Biotech konsolidiert leise, aber mit Substanz
Abseits der Schlagzeilen über Tech-Giganten verdichtet sich im Biotech-Infrastrukturmarkt eine Konsolidierungswelle. Am Montagnachmittag stimmten die Masimo-Aktionäre der Übernahme durch Danaher zu. Danaher hatte zuletzt mit einem EPS von 2,06 US-Dollar die Erwartungen von 1,94 US-Dollar übertroffen und die Quartalsdividende auf 0,40 US-Dollar angehoben.
Auch Twist Bioscience lieferte ein gemischtes, aber aufschlussreiches Bild: Das Q2-EPS von -0,71 US-Dollar verfehlte den Konsens um 0,17 US-Dollar, doch der Umsatz übertraf mit 110,7 Millionen US-Dollar die Erwartungen — ein Plus von 19 Prozent im Jahresvergleich. Das Management hält am Ziel fest, im vierten Quartal 2026 den bereinigten EBITDA-Breakeven zu erreichen. Der strukturelle Rückenwind ist messbar: Der globale Markt für klinische Massenspektrometrie soll von 1,09 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr mit einer CAGR von 10,5 Prozent auf 2,67 Milliarden bis 2035 wachsen.
SAP kauft KI-Kompetenz, Rheinmetall profitiert vom Truppenabzug
Gegen den schwachen Markttrend setzten sich am Montag zwei DAX-Werte ab. SAP stieg 1,54 Prozent auf 148,12 Euro, nachdem die Walldorfer die Übernahme der Freiburger KI-Spezialisten Prior Labs sowie von Dremio bekannt gaben. Über vier Jahre fließen mehr als eine Milliarde Euro in Prior Labs, das als Pionier für sogenannte Tabellarische Foundation Models gilt — KI-Modelle, die strukturierte Unternehmensdaten verarbeiten.
An die DAX-Spitze setzte sich Rheinmetall mit einem Plus von 2,39 Prozent auf 1.388,20 Euro. Die Banco Santander stufte das Papier auf „Outperform“ hoch. Den zusätzlichen Schub lieferte eine Entwicklung, die ich am Sonntag als politisches Signal beschrieben hatte: Die Spekulationen über einen US-Truppenabzug aus Deutschland verfestigen sich — und mit ihnen die Erwartung, dass europäische Verteidigungsbudgets verstärkt in heimische Anbieter fließen werden.
Apple liefert ein Rekordquartal — und einen neuen CEO
Der wertvollste Konzern der Welt meldete für das zweite Fiskalquartal 2026 einen Umsatz von 111,18 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 16,6 Prozent. Der Nettogewinn erreichte 29,6 Milliarden US-Dollar, das EPS stieg um 19,4 Prozent auf 2,01 US-Dollar. Getrieben wurde das Ergebnis von der iPhone-17-Serie, die den Smartphone-Umsatz auf 57 Milliarden US-Dollar hob — 22 Prozent mehr als im Vorjahr.
Selbst das Sorgenkind Greater China lieferte: 20,5 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Sprung von 28 Prozent. Der Vorstand genehmigte ein Aktienrückkaufprogramm über 100 Milliarden US-Dollar und erhöhte die Dividende auf 0,27 US-Dollar je Aktie. Die eigentliche Nachricht kam jedoch danach: Tim Cook wird am 1. September 2026 als Executive Chairman in die zweite Reihe rücken. Sein Nachfolger als CEO wird John Ternus. Morgan Stanley hob das Kursziel von 315 auf 330 US-Dollar an.
SAPs Milliarden-Investition in KI-Spezialisten zeigt, wie tief künstliche Intelligenz in die Unternehmenslandschaft vordringt — doch welche Aktien profitieren am stärksten vom KI-Megatrend? Experten haben die drei aussichtsreichsten KI-Titel identifiziert, die als Grundpfeiler des nächsten Wachstumszyklus gelten. Kostenloser KI-Aktien-Report: Jetzt die 3 besten Titel herunterladen
Die Inflationsrevision der EZB wiegt schwerer als jede Quartalszahl
All diese Unternehmenserfolge spielen sich vor einem Makro-Hintergrund ab, der sich am Montag weiter eintrübte. Der Sentix-Konjunkturausblick für Deutschland sank im Mai auf -30,9 Punkte, die Lagebeurteilung fiel mit -42,3 auf den tiefsten Stand seit Februar 2025. Schwerer wiegt die Revision der EZB-Ökonomen: Sie hoben ihre Inflationserwartung für die Eurozone 2026 von 1,8 auf 2,7 Prozent an — eine Korrektur um fast einen ganzen Prozentpunkt.
In den USA kletterte die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen auf 4,45 Prozent. Und Japan intervenierte am Montag mit geschätzten 34,5 Milliarden US-Dollar am Devisenmarkt, um den Yen zu stützen — die bislang größte Einzelintervention in diesem Jahr.
Was jetzt zählt
Die geldpolitische Divergenz zwischen Frankfurt und Washington, die ich am Sonntag als prägendes Thema für das zweite Halbjahr beschrieben habe, bekommt durch die EZB-Inflationsrevision eine neue Dimension. Wenn die Teuerung in der Eurozone bei 2,7 statt 1,8 Prozent liegt, schrumpft der Spielraum für weitere Zinssenkungen erheblich — und die Frage, ob die EZB im Juni noch einmal senkt, wird zur offenen Debatte.
Für diese Woche richten sich die Blicke auf zwei Termine: Am Mittwoch berichtet Heidelberg Materials über das erste Quartal, am Donnerstag legt Coinbase seine Q1-Zahlen vor. Letztere werden zeigen, ob der regulatorische Durchbruch des CLARITY Act sich bereits in den Büchern niederschlägt — oder ob er erst die Grundlage für die nächsten Quartale legt.
Herzlichst, Ihr
Felix Baarz
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