Walmart Aktie: 23 Prozent E-Commerce-Wachstum

Walmart übertrifft Analystenerwartungen und hebt Jahresprognose an. Online-Wachstum treibt Umsatz, während Regulierung und Kosten den Ausblick belasten.

Die Kernpunkte:
  • Quartalszahlen übertreffen Markterwartungen
  • E-Commerce-Wachstum von 23 Prozent
  • Jahresprognose für Umsatz angehoben
  • Kurszielsenkungen durch Großbanken

Walmart hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Erwartungen der Analysten übertroffen und die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Der Einzelhandelskonzern profitiert insbesondere von einem starken Wachstum im Online-Handel, sieht sich jedoch mit regulatorischem Gegenwind im Pharmabereich konfrontiert. Trotz der positiven operativen Entwicklung notiert die Aktie aktuell bei 89,16 Euro und damit 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 116,44 Euro.

Umsatzwachstum und Online-Boom stützen Quartalszahlen

Der Umsatz des Konzerns stieg im abgelaufenen Quartal um 5,9 Prozent. Ein wesentlicher Treiber war das globale E-Commerce-Geschäft, das ein Plus von 23 Prozent verzeichnete. Unterm Strich erzielte Walmart einen Nettogewinn von 6,37 Milliarden US-Dollar. Damit lag das Unternehmen über den ursprünglichen Prognosen des Marktes, was die Resilienz des Geschäftsmodells in einem volatilen Umfeld unterstreicht.

Ein dämpfender Effekt ging jedoch vom Gesundheitssektor aus. Laut CFO John David Rainey wirkten sich neue staatliche Preisobergrenzen für bestimmte Medikamente negativ auf das Wachstum aus.

Diese Regulierung belastete das vergleichbare Umsatzwachstum in den USA mit 125 Basispunkten. Ursprünglich hatte das Unternehmen lediglich mit einem Effekt von 100 Basispunkten kalkuliert. Im US-Geschäft wuchsen die vergleichbaren Umsätze dennoch insgesamt um 2,6 Prozent.

Erhöhter Ausblick und operative Herausforderungen

Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 zeigt sich die Konzernführung zuversichtlicher als bisher. Walmart erwartet nun ein Nettoumsatzwachstum zwischen 4 und 5 Prozent, nachdem zuvor lediglich 3,5 bis 4,5 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll zwischen 2,80 und 2,87 US-Dollar liegen.

Diesem Optimismus stehen jedoch potenzielle Belastungen gegenüber: Der Konzern rechnet für dieses Jahr mit zusätzlichen Kosten von über 2 Milliarden US-Dollar durch gestiegene Kraftstoffpreise.

Parallel dazu plant Walmart, Rückerstattungen aus Zöllen in Höhe von insgesamt 2,9 Milliarden US-Dollar zur Senkung der Verbraucherpreise im dritten Quartal zu nutzen. Technologisch öffnet sich der Konzern weiter für moderne Zahlungssysteme: Seit vergangenem Montag erfolgt an ausgewählten Standorten die Einführung von Apple Pay und Google Pay.

Bis Ende des Jahres soll die Bezahlung mit diesen Diensten in allen Filialen und im kommenden Jahr auch an den Tankstellen möglich sein. Zudem schloss Walmart die Übernahme der Streaming-Werbeplattform Vibe.co ab, um das Mediengeschäft Walmart Connect weiter zu stärken.

Analysten reagieren mit Kurszielanpassungen

Die Reaktion am Kapitalmarkt blieb verhalten, nachdem die Aktie am Donnerstag der Vorwoche ihren deutlichsten Tagesrückgang seit Mai 2022 verzeichnet hatte. Analysten passten ihre Erwartungen daraufhin an das aktuelle Marktumfeld an. JPMorgan senkte am Montag das Kursziel von 137 auf 125 US-Dollar, behielt jedoch die Einstufung „Overweight“ bei. Die Experten verwiesen dabei auf die Herausforderungen im kurzfristigen Gewinnprofil.

Auch die Deutsche Bank reduzierte ihr Ziel am Freitag von 120 auf 113 US-Dollar. Bereits Anfang August hatte Oppenheimer die Aktie herabstufte und das Kursziel gestrichen, da es schwierig werde, die kurzfristigen Gewinnschätzungen der Wall Street zu erreichen.

Mit dem aktuellen Kurs von 89,16 Euro spiegelt das Papier die Gratwanderung zwischen starken operativen Zuwächsen und dem zunehmenden Kostendruck durch Energiepreise und regulatorische Eingriffe wider.

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